20071105

saldo mortale

himmelarsch, er ist in indien. nicht, dass er es mir gesagt hätte. neinnein, nerd-christopher krolitzen stellte zunächst seine herausragende gedächnisleistung unter beweis, indem er fehlerfrei meine kreditkartennummer samt ablaufdatum rezitierte. ich habe es nicht, wie man so sagt, "live" gesehen. es genügte ein kurzer blick auf die kreditkartenabrechnung, die mitsamt bitte um "sofortigen ausgleich der kassa", heute in meinem postkasterl lag. die wandelnde lebenskrise hatte wieder einen ganz großen haufen gemacht und flott einen first-class flug nach indien geordert. sinnfindungstrip, nummero 08 bis 15. das trügerische schweigen der letzten wochen? alles sein plan. es lag in der luft, ich hatte es geahnt, war aber machtlos. immerhin, pleite bin ich noch nicht. schon nächste woche werde ich, als adjutant und garcon auf einer politischen veranstaltung der mir nahestehenden erfolgsübersetzerin und ex-nachbarin e. , gut bezahlt mein small-talk repertoire auspacken und häppchen servieren. in der annahme, krolitzen sendet bestimmt keine urlaubkarte, habe ich ihn bis dahin längst wieder vergessen und meine kreditkart(n) sind nun gesperrt. ich lache sogar. wie ich ihn kenne, bekommt er eh erstmal vier wochen reisekotzerei.

Rickshaw and Rupees

Nachdem Schoenberg augenscheinlich in Wien persistiert, musst ich mich schweren Herzens nach einem anderen Reiseland umtun. Die Wahl fiel auf das auch als "Ungarn-Oesterreich des Ostens" bekannte Indien, das am heutigen Tage irgendein Cricket-Turnier gegen Erzrivalen Pakistan gewonnen hat, was zu einem landesweiten Freudentaumel, singen, hupen und schreien auf offener Strasse und "special prices" fuer alles, was man als Tourist so angedreht bekommen soll fuehrt, kurz: eigentlich ist alles wie immer. Vorsichtshalber habe ich Schoenberg auf die Spamlist gesetzt, und saemliche anderen Kommunikationswege hinter mir abgebrochen. Was soll ich sagen, es stellt sich tatsaechlich langsam ein Zustand der Erholung ein. Ob es an der ur-schlechten Luft, den naechlichen Kracheskapaden der Inder und dem allmorgendlichen Muezzin-Ruf (um 4 und um 5) liegt, oder einfach daran, dass Spamberg mir nun nicht mehr mit - aus seiner Perspektive - spannenden Berichten aus der Kaiserstadt in den Ohren liegt, kann noch nicht abschliessend bewertet werden.

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spaziergänge