"Wegen eines defekten Zuges..." glaube ich ohnehin nicht mehr. Viel zu aufgeklärt laufe ich durch diese Stadt, alle Fachliteratur zu Werther-Effekt, Komposition von U-Bahnnetzen, den beiden versteckten Tunneln zwischen Landstraße, Schwedenplatz, Stephansplatz und Schottenring, zum Geisterbahnhof Lerchenfelder Straße, und zur Technik der U-Garnituren kenne ich. Und trotzdem bin ich die Woche schon zweimal umanand gelaufen, von nestroyplatz bis stephansplatz, weil ich doch die verdammten linien der bim nicht kennen will, nicht kennen mag und aus prinzip nicht benutze. Es gibt definitiv keinen Grund dafür. Entlang der U-Bahn kann man alles bekommen, was das herz begehrt (lebensmittel: billa am praterstern, waffen: mexicoplatz (vorgartenstraße), alternativ sein (wuk/gumpendorfer straße), drogen (karlsplatz), sex (alle stationen), versacken (kagran)). Schönberg wächst also und gedeiht. Hat dem Auto entsagt. Bleibt Triebtäter im Triebwagen. Bei Bedarf gern bis nach Vösendorf.
20071122
Garnitur (Serviervorschlag)
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schönberg
war wach bis
22:32
20071120
herzschlagzeile
Ist er zurück? Will er mich schon wieder in Misskredit bringen? War Vishnu den Indern gnädig? Haben die friedliebenden Buddhisten Brahmalitzen aus ihrem Land geprügelt? Sich als US-Bürger auszugeben sieht ihm ähnlich, durchdrehen ist sein Markenzeichen, polizeilich gesucht wird er seit eh und je. Und nackt: wir erinnern uns. Ich plane derzeit alle Körperhaare vollständig zu rasieren, meinen Wohnort zu verlassen und mich im nächsten Spital unter die Chemotherapiepatienten zu schleichen. Auf das wir uns nicht begegnen. Der zweite Strohhalm, an den ich mich klammere: Vielleicht hat Heute wieder maßlos übertrieben und ein UNI-Diplomand hat einfach nur über die Stränge geschlagen?
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schönberg
war wach bis
22:40
20071119
when you iz worried, call me... Al
"... legen die Wiener Linien besonderen Wert darauf, Telefonkabinen so aufzustellen, dass eine ungestörte Benutzung gewährleistet ist. Schalldämmende Türen halten Umgebungslärm ab, Standorte, die nicht direkt an Verbindungstunneln der U-Bahnstrecken liegen lassen generell weniger Ablenkung durch Fremdeinflüsse erwarten. Um den verschiedenartigen Ansprüchen unserer Kunden gerecht zu werden, stehen in unseren Telefonkabinen verschiedene Lichtstimmungen sowie Automaten für jede Körpergrösse bereit. Die Kombination einer einladend sachlichen Athmosphäre mit der Armatur für ergonomisches zurechtlegen einer ordentlichen Line sorgt für langfristige Kundenbindung..."
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schönberg
war wach bis
23:02
20071118
schotten, pervers
es ist meiner vorausschauenden agenda zu verdanken, dass ich diesen freitag für eine neue runde "komm, wir gehen auf eine wg-party" indisponiert war. natürlich entging mir abermals eine grenzgeniale feierlichkeit mit meiner trinkfesten wochenendbegleitung s. . aber es haben sich für die nächsten wochen ähnliche begebenheiten angekündigt, so dass das fehlende schädelweh am samstag nicht über das hintertürchen eines schlechten gewissens hereinbrechen konnte. also verbrachte ich den freitag abend, mit davon unabhängiger bezahlung, mit meiner langjährigen gönnerin und gelgenheitsarbeitsgeberin e. . mein verdienst, eine runde eurosumme, zwei gugelhüpfe und zwei pfund schokolade erlaubten mir zur gegenleistung ein kalorisch ausgeglichenes wochenende, dass ich wider erwarten vor allem im kino verbrachte.
ich möchte mich über details nicht weiter auslassen, jedoch darauf hinweisen, das die filmzutaten "bootshaus, einsamer see, irgendwas mit leiche oder gewalt", 175 jahre nach der erfindung des lebensrads, einfach ausgelutscht sind: The deep end, insomnia, bodyguard, hallam foe, die tote im bootshaus, dogville und abkömmlinge, ach was weiß ich. weg damit. dogma 2007: drehe niemals einen film, in dem ein bootshaus vorkommt. achja, zur sicherheit vielleicht auch niemals mit krolitzen. aber wer würde das schon.
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schönberg
war wach bis
23:25
Nacktbus
Es ist einfach kein Vergleich. Die Menschen in diesem Land sind freundlich, allenfalls die Helfer der Nachtbusse spucken einem gerne und im übertragenen Sinne ins Gesicht, entpuppt man sich als Piefke. Aber: Die Straßen sind makellos sauber. Kühe und Artverwandte enden in der Regel zwischen zwei weißen Weckerlhälften (schlechte Kohlenhydrate, Wien schmeisst soviel brot weg wie... ist ja alles bekannt). Bedenkenlos mag einer in Donau, Kanal oder die Alte (nicht seine alte) springen. Da wird der Ganges gelb vor Scham. Und dann die Filme erst. Viiiel besser, als Bollywood. Die drei B, oider! 7,60 und im Anschluß zweimal um den Ring.
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schönberg
war wach bis
02:34
20071115
ein dufter springinsfeld
Als heute schillernde Neurotransmitter in meinen Hypothalamus eindrangen, löste der in Gang gebrachte exocytotische Mechanismus verzögerungsfrei eine unangenehme körperliche Empfindung aus, die mich nach Dienstschluss in den nächsten Sparmarkt trieb. Ungeplant brachte mir jedoch der Sinn nach einem ausgewogenen Chilli wesentlich unangenehmere Empfindungen ein. In einem anderen Teil der Hirnrinde aufkeimende Erinnerungen an die tückischen Essrituale aus der Zeit meines erschütternden Zusammenlebens mit "Ernährungsexperte" Krolitzen, halfen dem Sättigungszentrum wieder die Oberhand zu gewinnen und meine Lust auf Chillibohnen ersatzlos zu streichen. Krolitzen, zeitlebens Stolz auf seine "funktionierende" Verdauung, plegte bereits früh am Morgen verschiedene Trockenfrüchte (Mango, getrocknete Wassermelone) zu verspeisen. Das Mittagsmahl bestand gerne aus türkischem Honig, auch ein wahrer Förderer der gesunden entschlackung. Kurz darauf, meistens fluchtartig, pflegte intestinitzen, sich das wunderlicherweise weiter lappig hängende Bäuchlein reibend, in Richtung Sanitär zu verschwinden um es in Folge und unter allerlei Geräuschentwicklung knappe 45 Minuten zu okkupieren. Natürlich verging mir dabei öfters der Appetit, weshalb ich in dieser Zeit gut und gerne drei Kilo meines Idealgewichts verloren hatte. Das Mittagsritual war allerdings kaum zu vergleichen mit den allabendlichen Bohnenorgien, die Beanitzen zu veranstalten pflegte. "Kidneybohnenpüree mit weißen Riesenbohnen", gab es da, "Fisolauflauf an Sauce Bohnaise", dazwischen ein Bohnmot aus der Küche. Wem zusätzlich bekannt ist, dass der in Bohnen enthaltene Dreifachzucker nicht vom Menschen verdaut werden kann, von Darmbakterien aber sehr wohl metabolisiert wird, erahnt das Ende dieser Tage. "alles flutscht und fuegt sich irgendwie", rief er mir gerne zu während ich hektisch die Fenster öffnete. man konnte es kaum perfider arrangieren. er smogte, dass
es sich an den Wänden niederschlug einem die Augen traenten, von der Schallintensitaet, ähnlich einer startenden Ariane 5, ganz zu schweigen. ich habe das alles hinter mir gelassen. indien mitsamt eines unausgereiften abwassersystems durchlebt es in diesem moment.
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schönberg
war wach bis
21:52
great bad thing
Hier ist alles laut. Und mit "laut" ist nicht das europaeische "laut" gemeint. Hier faengt "laut" etwa mit der Schallintensitaet einer startenden Ariane 5 an, und "laut" sind hier nicht nur Toene, sondern auch Farben und, vor allem, der Gestank der Verwesungsduft Gerueche. Schoenberg haette das schreiend bunte Treiben auf den Strassen nicht perfider arrangieren koennen. Es Smogt, dass es einem die Riemchensandaletten auszieht einem die Augen Traenen. Irgendwo stand zu lesen, Indien sei die einzig funktionierende Anarchie der Erde. Das stimmt so nicht ganz. "Funktionieren" (um noch einmal "Gaensefuesschen" zu bemuehen) waere gnadenlos uebertrieben. Zugegeben, alles flutsch und fuegt sich irgendwie. Ungefaehr wie Duennschiss so, wie die Verdauung nach uebermaessigem Verzehr von Trockenfruechten "funktioniert".
Als ich mich heute so durch die Strassen spuelen liess, vorbei an marodierenden Kuehen und den allgegenwaertigen Miniaturesel-Arbeitskolonnen, gelang es einem freundlichen Shopbesitzer ("welcomb, me frrend, lok, hello, yez pleees!") mich aus dem Getuemmel zu fischen, und in sein Wohnzimmer/Geschaeft zu bugsieren. Einen kurzen Moment lang fuehlte ich mich zurueckversetzt in die Zeit, als ich gezwungenermassen mit Schlampberg einen Kleiderschrank teilen musste. Augenscheinlich hatte sich der gute Inder auf die Beduerfnisse fetter ausladender westlicher Mittvierziger spezialisiert, und ich fand mich umgeben von zeltartigen Ueberwuerfen aller Couloer. Kurz war ich versucht, ein in Farbgebung, Umfang und Schnitt frappierend an das Roncalli-Chapiteau gemahnendes Textil zu erstehen, und per Luftfracht an den Unsaeglichen zu senden, um der alten Zeiten Willen. Dann jedoch meinte ich mich zu erinnern, dass Stussberg sich in einer der letzten Mails, die mich erreichten, ellenlang und erschoepfend ueber die Vorzuege von "Slim Fit"-Hemden ausgelassen hatte, und in seiner Begeisterung gelobte, nichts anderes mehr an seinen - morphologisch eher schwer einzuordnenden - Koerper zu lassen. Das jedes Slim-Fit-Teil ueber Schoenberg Stieglgestaehltem Korpus absolut knitterfrei spannt, schien ihn besondes zu freuen. "Krolitzen, nie wieder buegeln, was mir das an Zeit spart!". Schoenberg, wenn ich so an den Kleiderschrank zurueckdenke, im Schnitt wohl zwei Minuten im Jahr.
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krolitzen
war wach bis
12:47
20071113
Akasaka!
Während Liebslings- und Möchtegern-Diktator Mahmoud daheim auch schon vor den Latz geknallt bekommt, bleibt meine Faszination für seinen jedesmal unwirklich makellos gepflegten 2,8 Tages-Bart bestehen. Perfektion, die selbst Bartmodellier Krolitzen, wohl noch immer auf den Spuren des Kurkuma, mit seinem 25-teiligen Bartpflegeset niemals erreicht hatte. Aber bloß weg vom Thema, bevor es zum x-tausendsten Assoziationskettenmassaker wird. Auch vom Hort der Arbeit gibt es altbekanntes (Badge poliert, Slim-Fit-Hemd knitterfrei) und neues zu berichten. Heute war der unterste Oberboss auf Stippvisite im Büro und das hat natürlich die gaaaanze Abteilung zum rödeln gebracht. Da wurden Badges poliert, Hemden entknittert (außer ich) und ganz flott noch ein paar anschnittige Punschpralinen arrangiert. Und dann stand ich vor dem Secondary Herrgott urplötzlich im Mittelpunkt dieses, freilich herübersetzten Gesprächs:
"Das ist Schönberg, der einzige Deutsche hier bei uns [zwei Kollegen aus Karlruhe stöhnen auf]. Er ist heute sehr traurig, weil der "german vice chancellor" seinen Posten verlassen hat. [was mir zu diesem Zeitpunkt neu war]. Schönberg, ich möchte das besonders betonen, deinem vizekanzler und dir ist es zu verdanken, dass der Secondary Herrgott, heute dem Standard ein interview geben, und darin seinen Senf über deinen Vizekanzler abgeben darf... [Anerkennendes Nicken vom Secondary Herrgott zu mir]"
Und jetzt sag nochmal einer, ich könnte nicht die Welt verändern, wenn schon bei meinem Vizekanzler alles rotiert.
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schönberg
war wach bis
23:28
20071112
Wieviel Giga?
20000 (~8 Kilometer) Millimeter Wassersäule. 40 Gramm Weltraumtechnologie- faserverbundsoftextil- frühstückszerealienfüllung gegen Polarnachtextremkälte(*). Back-(Nein, Rücken!)Belüftungssystem (FCKW-frei). Brillen, Telefon und Sicherheitstasche (A, B und C-Gefahren). Formstabile Kaputze, Ausweishülle und Schneemanschette aus Klebgummi (Fetisch).
Karottensaftpresse. Und jetzt kommt doch schon wieder in der heute 15 Minuten (!) verspäteten U-4 eine Horde Kindergartenkinder auf dem Kindergartenkinderausflug und ruftkräht lauthals: "Ich setz mich zu dem Feuerwehrmann". "Ich setz euch mal vor den fahrenden Zug!" Komisch, dass das gute Stück in der Kollektion 2008 nicht mal mehr auftaucht...
*doof getrennt weil der umbruch sich sonst einen ab-bricht.
** alles doof weil das format sich vergurkt hat
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schönberg
war wach bis
23:33
20071111
Uchū no maigotchi!?
Die Erinnerungen sind lückenhaft. Ja, ich hatte mich am Wochenende mit Menschen unterhalten. Kunst, Architektur, Garten- und Landschaftsbau, die Rolle Österreichs in der Globalisierung. Die wollmilchspendende Eiersau eines jeden DJs, Final Scratch, wurde bis ins kleinste Detail analysiert, inklusive einer ethisch-philosophischen Grundsatzdebatte für und wieder der digitalen Einverleibung traditioneller Analoghaptik. Dumm nur, dass die Erinnerung an das genannte so fern ist, wie Krolitzen sein verlorengegangenes Ich, Albrecht Dürer, für dessen haarsträubende Wiedergeburt er sich einst hielt (vermutlich geht er grad in Jaipuristan damit hausieren). Meine treue Seele S., mit der ich mich nun regelmäßig auf freitäglichen WG-Parties einfinde, hatte es wieder zu gut gemeint. Immerhin gelang es mir, die Dame unbeschadet nach Hause zu geleiten und im Anschluß das unmöglichste aller Wunder zu vollbringen: Einem Altwiener Taxifahrer hatte ich die Ohren so blutig geredet (Themenauswahl: Juristische Feinheiten bei der Ortskundeprüfung, deutsche-österreichische Unterschiede der Gesundheitsanforderungen an Taxifahrer, Kennzeichnungs und Steuerpflichten), dass er mich mit Skonto und quietschenden Reifen unweit meiner Wohnung absetzte.
Nun sitze seither in meinem leeren Palast und amüsiere mich köstlich mit der Reeinkarnation des Tamagotchi, dass es heuer zu jeder Juniortüte Happy Meal, gibt. Im Gegensatz zur Markteinführung vor gefühlten 12 Jahren (Windchill-Effekt) hat der kleine Extrahappen mittlerweile mächtig zugelegt. Im Zuge der Miniaturisierung konnte erfolgreich die Anzahl nötiger Pixel reduziert werden, um das Fabelwesen (Hase) anzuzeigen. Dafür wurde die Lesbarkeit der einzelnen Bildpunkte deutlich erhöht. Die komplexen Spieloptionen wurden auf vier gekürzt (Essen, Kämmen, Karottenspiel, Schlittenspiel) und mit Rücksicht auf die kindliche Psyche sind die Optionen verlieren bzw. versterben des Domo-Kun Hasen ersatzlos gestrichen. Es gibt nur noch Sieger. Meine Bilanz 39:0. Tendenz steigend.
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schönberg
war wach bis
23:19
20071110
20071109
Rickshaw-Remedy
Das staendige Kaudergewelsche mit den Indern, Kanadiern, Daenen, Italienern etc. die hier (vergeblich) Seelenheil und Erfrischung suchen hat ungefaehr folgenden Effekt: Im verzweifelten Bestreben sich seinem Gegenueber verstaendlich zu machen, zieht man alle Sprachschubladen im Kopf auf, probiert sich durch verschiedenste Woerter, Rudimente und Neuschoepfungen, und wenn man sich dann schliesslich doch aufs Gestikulieren verlegt, bleibt ein Haufen Woerter in allen beherrschten und nichtbeherrschten Sprachen uebrig, die alle mehr oder weniger das gleiche umschreiben. Dem Unterbewusstsein bleibt ueberlassen, den synonymen Woerterwust wieder sinngemaess einzusortieren, eine Aufgabe, auf die es sich Augen- und Ohrenscheinlich mit rapide abnehmender Sorgfalt und Begeisterug stuerzt. Die Folgen: Akute Wortfindungsstoerungen bis hin zur Vokalapathie und ein rapide degenerierender Wortschatz.
"Aeh, I need, you know, i want to borrow some stuff for doing like this (fahriges Gestikuliern)...you know...stuff for cleaning!""Ah, you need staff for cleaning? Now?""Nonononono...not staff...stuff...things...for...""You want drink? Come, sit, restaurant is open!""No, heavens, no drinks. Things...(auf das "th" verzichtend) 'sings'""What things Sir?""For cleaning.""Now?""Yes""Ok, I'll send a boy. Which room number?""308...but wait, we will clean ourselfs...I mean on our own. We only need the...you know... 'tools' to do so.""Ah. Sorry. No understand. Nice beard Sir.""What?""Beard Sir. It's butiful.""Aeh, yes. Thank you anyway.""Happy Diwali, Sir"
Manchmal fuehlt man sich doch sehr an Hobbynalphabeten und Linguphobiker Suelzberg erinnert.
Zum Glueck gestaltet sich nicht alle Kommunikation derartig fruchtlos. Der Indische Strassenverkehr ist ein Ort beispielhaft reibungslosen Zusamenspiels. Man stelle sich das Ganze als einen Fluss vor, der sich mit 20 bis 30 km/h durch engste Haeuserschluchten schlaengelt, ab und zu geteilt durch die eine oder andere heilige Kuh oder einen der hier an allen groesseren Plaetzen zur Dekoration aufgestellen Verkehrspolizisten, . Im Fluss zu finden ist alles, was die indischen Hausmarken Bajaj Auto und TATA im Programm haben, vor allem Zwei- und Dreiraeder mit jeweils etwa zwei Passagieren pro montiertem Rad plus Reserverad. Um die Orientierung zu vereinfachen wird permanent gehupt, gebruellt, geklingelt. Man faehrt, wie der Fliessenleger sagen wuerde, "auf Knirsch". Und Krolitzen heute mittendrin, auf einem geliehenen "Mountainbike", das fuer einen Gnom wie Schrumpfberg genau das richtige Gefaehrt gewesen waere, meiner eigenen Wuerde allerdings in etwa so zutraeglich war wie Riemchensandaletten. Trotz meines Auftreten als Inkarnation des legendaeren Affens auf dem Schleifstein glaubte ich schon nach wenigen Metern im Getuemmel in den Augen der Passanten so etwas wie Respekt aufblitzen zu sehen. Nach drei oder vier Querstrassen war ich endgueltig in meinem Element. Die Nerven nach wie vor zum Zrreissen gespannt, links am Elefant vorbei, bunny-hop ueber den Kuhfladen...im Kopf das ewige Mantra des Commonwealthreisenden "links, links,links...", unter den blaeulichen Dunstschwaden aus dem Auspuff eines der gnnadenlos Ueberladenen Tata-Busse durchgetaucht...
Nach vierzehn Kilometern und einigen "Nice beard, man!" vom Strassenrand bin ich wieder im Hotel angekommen, dreckverkrustet aber ohne einen Kratzer. Ich denke, man wird mich von nun an oefter "da draussen" finden. Aber erstmal muss mein Klingeldaumen abschwellen. Happy Diwali!
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krolitzen
war wach bis
13:43
20071108
boulevard
und was machen die leute in der u-bahn? "sudoku lösen!" sehr richtig, aber von wem? "Vom Anker, das Bäckersudoku vom Anker. Noch was? "Zeitung, jaja, sie lesen Zeitung." Aha, aber etwas genauer doch... "Kronenzeitung?" fast, nur schlimmer... hansbert, du vielleicht? "Heute, nur Heute, denn da gibts täglich titten und ist umsonst.." Sehr richtig Hansbert, sehr gut erkannt. Hat noch jemand Ideen? "Gassigehen. In den neuen Zügen mit Durchgangsabteil!" Fein. Aber nur mit sehr kleinen Hunden, damit man auch ja drauftritt und sie vor Schreck ein Gackerl machen... "Die Grünen sagen immer >nimm ein flaggerl für dein gackerl<. Das ist so ne Art Protest gegen die Republik und so." ok, jetzt haben wir schon echt viel. ein letztes noch, robertus? "podcast hörn manche gerne. so das neueste vom orf. oder von der selina gusenbauer, die ist ja son emo und hat die fonda geküsst. ihh, das mag allenfalls der schönberg" robertus, das sagt man nicht. "naja, es stimmt halt. emo. das hat die news geschrieben. alle wollen jetzt sein wie dem kanzler gusenbauer seine tochter. so mit emily strange klamotten und so. dabei sieht die aus wie die kampusch. auch strange, nur dicker. aber die kampusch schreibt jetzt schon für die news" auf Seite 44." Robertus, das genügt. Ich denke wir haben alles gesammelt. Ich gehe dann mal kotzen. will einer mit?
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schönberg
war wach bis
22:49
20071107
Asset Proposal
Cash-Cow und Rinderbeckenliebhaber Krolitzen scheint allen anderen wieder um eine Nasenlänge voraus: Seine nicht nachlassende Begabung, sich auf Kosten anderer, der Umwelt, der Menschenrechte, der Zukunft, der Demokratie, nicht zuletzt der Kinder (denkt denn hier keiner an die Kinder?) und vor allem mir einen "goldenen Zahn" zu verdienen, hat ihn den nächsten Megatrend erschnuppern lassen. So verkündete unlängst Der Standard, der austriakische meta-motorrad-spezialist KTM würde fortan mit dem indischen Großserien-Kleinrikscha-Hersteller Bajaj-Auto, dem Aixam-Mega Asiens, eine Liason eingehen. Was dabei entsteht soll sich jeder selber ausmalen - solange es kein Frischkäse in Scheibenform wird, was beim Käse ungefähr das selbe erreicht, was bei der Verschmelzung von Motorrad und Auto zum unsäglichen Quad wurde.
Doch zurück zu Krolitzen. Inwieweit der lebensferne Maschinenbauer, (gerne sagt er Sätze wie diesen: "Ich möchte einen DICOM-Datensatz von einem Becken - wie ihn das CT ausspuckt - so aufbereiten, dass man an ihm Belastungssimulationen durchführen kann") die Firmenmelange mit meinem Kapital gepusht hat, weiß ich nicht zu sagen. Immerhin kann es kein Zufall sein, wenn der kuk-Republikflüchtling just dann nach Indien abfliegt, wenn es in den wirtschaftlichen Kopulationswirren mutmaßlich Bakschisch abzugreifen gibt. Möge ihm der latente Smog in Bhopanjaipurdabadurai Tränen in die Augen treiben - wenn er ihn auch leider vor dem Klimawandel verschont.
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schönberg
war wach bis
23:02
20071106
hindu-trojaner
besser als es jedes geolokalisierungssystem könnte zieht sich stibitzens datenspur durch meine kontoauflistungen. die segnungen des onlinebankings hab mir ermöglicht, bis auf wenige meter seinen aufenthaltsort und seine konsumgewohnheiten zu erkunden - wie er es allerdings angestellt hat, die von mir gesperrte kreditkarte nicht nur wieder zu entsperren, sondern zudem ihr limit gnadenlos zu überziehen, bleibt mir ein rätsel. wenn sein treiben nicht bald entdeckt wird, um ihn einer gerechten strafe (versetzung in eine niedere kaste, wiedergeburt als verleger der kronenzeitung, verwechslung mit einem islamischen fundamentalisten, zwangslesen seiner eigenen wien-tagebücher) zuzuführen, werden die Gendarmen wohl bald bei mir an der Tür klingeln. er muss sich unantastbar fühlen, eigentlich hegt er als chef-paranoiker ein krankhaftes misstrauen gegenüber jeglichen mitmenschen, allen voran Taxifahrern. Wie ich ihn kenne wird er für die jüngst verjubelten, umgerechnet 169,32 Euro, Gin der übelsten Sorte, dafür umso mehr, im "Lake Palace Hotel Hotel" (laut kontoauszug) versoffen haben. Die Absteige, in der laut meiner Recherchen allenfalls renitente touristenabzocker und fahrzeugschieber ihr unwesen treiben, scheint bekannt für ihren großzügigen umgang mit "zimmerbesuch". gottseidank führen die leichten damen in take-off countries noch keine electronic cash ausrüstung mit und sind auch preisgünstiger als die Wiener Modelle - für deren Bezahlung der Weltreisende noch einige ältere "Kredite" bei mir am Laufen hat. Fortan wasche ich meine "Slim-fit" hemden nur noch bei 30 Grad, ohne Schleudern. Sie müssen nun wohl länger halten.
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schönberg
war wach bis
23:12
Cricket-Action
Schoenberg hat anscheinend gerafft, dass ich mir als kleine Wiedergutmachung fuer unsere mal-mehr-mal-weniger friedliche Coexistenz an der Donau seine Kreditkartennummer geborgt hatte, fuer alle Faelle. Oder er ist mal wieder blank, auf jeden Fall blieb mir heute morgen beim Auschecken aus dem "Lake Palace Hotel Hotel" ein peinlicher Moment nicht erspart. Zum Glueck habe ich schon gestern ueber ein, zwei Absackern (vermulich waren es eher drei, sonst haette mir der Bombay Gin niemals geschmeckt) Professor M. kennengelern. Guter Mann, seit Jahren in der Tourismusbranche taetig. Wir verstanden uns auf Anhieb gut. Und eine gesperrte Kreditkarte kostet ihn nur ein paar Anrufe, und mich eine - in Indien wirklich sehr guenstige - Vespakopie. Habe heute mittag einen fluechtigen Anflug schlechten Gewissens mit einem kurzen Blick in meine Tagebuecher aus Wien erfolgreich und nachhaltig bekaempft. Schoenberg, der alte Giftler, haette es doch eh nur fuer Drogen, Alkohol und schnellen Sex ausgegeben. So bekommt er wenigstens eine Postkarte.
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krolitzen
war wach bis
14:54
20071105
saldo mortale
himmelarsch, er ist in indien. nicht, dass er es mir gesagt hätte. neinnein, nerd-christopher krolitzen stellte zunächst seine herausragende gedächnisleistung unter beweis, indem er fehlerfrei meine kreditkartennummer samt ablaufdatum rezitierte. ich habe es nicht, wie man so sagt, "live" gesehen. es genügte ein kurzer blick auf die kreditkartenabrechnung, die mitsamt bitte um "sofortigen ausgleich der kassa", heute in meinem postkasterl lag. die wandelnde lebenskrise hatte wieder einen ganz großen haufen gemacht und flott einen first-class flug nach indien geordert. sinnfindungstrip, nummero 08 bis 15. das trügerische schweigen der letzten wochen? alles sein plan. es lag in der luft, ich hatte es geahnt, war aber machtlos. immerhin, pleite bin ich noch nicht. schon nächste woche werde ich, als adjutant und garcon auf einer politischen veranstaltung der mir nahestehenden erfolgsübersetzerin und ex-nachbarin e. , gut bezahlt mein small-talk repertoire auspacken und häppchen servieren. in der annahme, krolitzen sendet bestimmt keine urlaubkarte, habe ich ihn bis dahin längst wieder vergessen und meine kreditkart(n) sind nun gesperrt. ich lache sogar. wie ich ihn kenne, bekommt er eh erstmal vier wochen reisekotzerei.
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schönberg
war wach bis
22:23
Rickshaw and Rupees
Nachdem Schoenberg augenscheinlich in Wien persistiert, musst ich mich schweren Herzens nach einem anderen Reiseland umtun. Die Wahl fiel auf das auch als "Ungarn-Oesterreich des Ostens" bekannte Indien, das am heutigen Tage irgendein Cricket-Turnier gegen Erzrivalen Pakistan gewonnen hat, was zu einem landesweiten Freudentaumel, singen, hupen und schreien auf offener Strasse und "special prices" fuer alles, was man als Tourist so angedreht bekommen soll fuehrt, kurz: eigentlich ist alles wie immer. Vorsichtshalber habe ich Schoenberg auf die Spamlist gesetzt, und saemliche anderen Kommunikationswege hinter mir abgebrochen. Was soll ich sagen, es stellt sich tatsaechlich langsam ein Zustand der Erholung ein. Ob es an der ur-schlechten Luft, den naechlichen Kracheskapaden der Inder und dem allmorgendlichen Muezzin-Ruf (um 4 und um 5) liegt, oder einfach daran, dass Spamberg mir nun nicht mehr mit - aus seiner Perspektive - spannenden Berichten aus der Kaiserstadt in den Ohren liegt, kann noch nicht abschliessend bewertet werden.
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krolitzen
war wach bis
13:00
20071104
punsch, flambeé
heute ganz auf feingeist und kultur gemacht. letztendlich zeichnet das wochenende meine ganze innere zerissenheit zwischen stumpfem elend in den glücklichen wogen der massen und meiner grenzgenialen schöpfungskraft (vgl. miltonic mind) exakt nach. ja, es ist sogar vergleichbar mit friedensreich hundertwassers sinnfreien versuchen, architektur durch aufkleben von türk- und weihnachtschmuck zu beleben. nicht, dass ich die langsam wieder nüchterne schwippsschwester s. mit derart debilen gedankengängen enerviert hätte. nein die klaviatur des zuvorkommend-seins behersche ich weiterhin wie nur wenige. so befuhren wir gemächlich, ich rittlings, s. im damensattel, heute die nähere umgebung der kernstadt. industriebrachen, gasometer und einkaufsparadiese kulminierten gegen 16 Uhr in der konsommation echten türkischen kaffees (satzhöhe: ca. 2 cm, nach abdampfen der flüssigkeit). es hätte ihn nicht gebraucht. der grandiose ehekrach zwischen george und martha, live im volkstheater um nur 3,60 (+himbeersoda), brachte das blut derart in wallung, das ich noch immer keuchend versuche, meinen mittlerweile spastisch anmutenden beifall zu kontrollieren. es entspricht fast dem letzten wunsch edward albees. ja, Albee sehnte sich nach nichts mehr, als nach zuschauern, die überwältigt von seiner kunstfertigkeit, im anschluß der vorstellung sanft und langsam von einem taxi überrollt werden.
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schönberg
war wach bis
23:12
20071103
viel zu spät weggeprechtlt
am letzten abend die kante gegeben. schwippsfreundin s., selbst piefke im kuk-Exil, lud zur erforschung der wiener kneipenkultur. ihre zweifelsfrei phantastischen bekanntschaften aus der wiener architektur- und gartenbauszene brachten uns in ein äußerlich kaum von einem einschlägigen etablissment zu unterscheidendes szenelokal unweit des museumsquarties. doch die psychedelische beleuchtung in zusammenhang mit großzügig bemessenen bieren und einem lockeren geldbeutel in der geselligen atmosphäre hatten unvorhersehbare folgen. stundenlang debattierte ich mit, ähm, irgendeinem norbert darabos, über sinn und unsinn der neuen eurofighter im bundesherr (so flott, dass sie das staatsgebiet in rund zwei minuten überfliegen) und des bolognese bolognaprozesses. zu lange, denn unbemerkt brachte der kellner, selbst fürsprecher der metrosexuellenbewegung, puntigamer ottakringer auf puntigamer ottakringer.
den umzug in ein weiteres lokal bemerkte ich nicht mehr.
die angebliche absinth-verkostung konnte nur nachträglich anhand ihrer symptome und nicht vollständig rekonstruiert werden. gegen drei uhr wurde offenbar die heimreise angetreten. wohlwissend, mir die liniennummer des nachbusses ohnehin nicht merken zu können, entschied ich mich für den fussweg. immerhin war es noch dunkel als ich versuchte die türe zu öffnen. restliches tagesprogramm heute fiel gottseidank auf bitten von s. ("können wirs ausfallen lassen, ich kann nichts mehr sehen") aus. auferstanden bin ich dann gegen 19 uhr. abendprogramm: fern-party per live-übertragung aus dem Breisgau. ohne alkohol.
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schönberg
war wach bis
23:44
spaziergänge