20071108

boulevard

und was machen die leute in der u-bahn? "sudoku lösen!" sehr richtig, aber von wem? "Vom Anker, das Bäckersudoku vom Anker. Noch was? "Zeitung, jaja, sie lesen Zeitung." Aha, aber etwas genauer doch... "Kronenzeitung?" fast, nur schlimmer... hansbert, du vielleicht? "Heute, nur Heute, denn da gibts täglich titten und ist umsonst.." Sehr richtig Hansbert, sehr gut erkannt. Hat noch jemand Ideen? "Gassigehen. In den neuen Zügen mit Durchgangsabteil!" Fein. Aber nur mit sehr kleinen Hunden, damit man auch ja drauftritt und sie vor Schreck ein Gackerl machen... "Die Grünen sagen immer >nimm ein flaggerl für dein gackerl<. Das ist so ne Art Protest gegen die Republik und so." ok, jetzt haben wir schon echt viel. ein letztes noch, robertus? "podcast hörn manche gerne. so das neueste vom orf. oder von der selina gusenbauer, die ist ja son emo und hat die fonda geküsst. ihh, das mag allenfalls der schönberg" robertus, das sagt man nicht. "naja, es stimmt halt. emo. das hat die news geschrieben. alle wollen jetzt sein wie dem kanzler gusenbauer seine tochter. so mit emily strange klamotten und so. dabei sieht die aus wie die kampusch. auch strange, nur dicker. aber die kampusch schreibt jetzt schon für die news" auf Seite 44." Robertus, das genügt. Ich denke wir haben alles gesammelt. Ich gehe dann mal kotzen. will einer mit?

(foto geklaut)

20071107

Asset Proposal

Cash-Cow und Rinderbeckenliebhaber Krolitzen scheint allen anderen wieder um eine Nasenlänge voraus: Seine nicht nachlassende Begabung, sich auf Kosten anderer, der Umwelt, der Menschenrechte, der Zukunft, der Demokratie, nicht zuletzt der Kinder (denkt denn hier keiner an die Kinder?) und vor allem mir einen "goldenen Zahn" zu verdienen, hat ihn den nächsten Megatrend erschnuppern lassen. So verkündete unlängst Der Standard, der austriakische meta-motorrad-spezialist KTM würde fortan mit dem indischen Großserien-Kleinrikscha-Hersteller Bajaj-Auto, dem Aixam-Mega Asiens, eine Liason eingehen. Was dabei entsteht soll sich jeder selber ausmalen - solange es kein Frischkäse in Scheibenform wird, was beim Käse ungefähr das selbe erreicht, was bei der Verschmelzung von Motorrad und Auto zum unsäglichen Quad wurde.
Doch zurück zu Krolitzen. Inwieweit der lebensferne Maschinenbauer, (gerne sagt er Sätze wie diesen: "Ich möchte einen DICOM-Datensatz von einem Becken - wie ihn das CT ausspuckt - so aufbereiten, dass man an ihm Belastungssimulationen durchführen kann") die Firmenmelange mit meinem Kapital gepusht hat, weiß ich nicht zu sagen. Immerhin kann es kein Zufall sein, wenn der kuk-Republikflüchtling just dann nach Indien abfliegt, wenn es in den wirtschaftlichen Kopulationswirren mutmaßlich Bakschisch abzugreifen gibt. Möge ihm der latente Smog in Bhopanjaipurdabadurai Tränen in die Augen treiben - wenn er ihn auch leider vor dem Klimawandel verschont.

(foto cc-by Jonathan McIntosh)

20071106

hindu-trojaner

besser als es jedes geolokalisierungssystem könnte zieht sich stibitzens datenspur durch meine kontoauflistungen. die segnungen des onlinebankings hab mir ermöglicht, bis auf wenige meter seinen aufenthaltsort und seine konsumgewohnheiten zu erkunden - wie er es allerdings angestellt hat, die von mir gesperrte kreditkarte nicht nur wieder zu entsperren, sondern zudem ihr limit gnadenlos zu überziehen, bleibt mir ein rätsel. wenn sein treiben nicht bald entdeckt wird, um ihn einer gerechten strafe (versetzung in eine niedere kaste, wiedergeburt als verleger der kronenzeitung, verwechslung mit einem islamischen fundamentalisten, zwangslesen seiner eigenen wien-tagebücher) zuzuführen, werden die Gendarmen wohl bald bei mir an der Tür klingeln. er muss sich unantastbar fühlen, eigentlich hegt er als chef-paranoiker ein krankhaftes misstrauen gegenüber jeglichen mitmenschen, allen voran Taxifahrern. Wie ich ihn kenne wird er für die jüngst verjubelten, umgerechnet 169,32 Euro, Gin der übelsten Sorte, dafür umso mehr, im "Lake Palace Hotel Hotel" (laut kontoauszug) versoffen haben. Die Absteige, in der laut meiner Recherchen allenfalls renitente touristenabzocker und fahrzeugschieber ihr unwesen treiben, scheint bekannt für ihren großzügigen umgang mit "zimmerbesuch". gottseidank führen die leichten damen in take-off countries noch keine electronic cash ausrüstung mit und sind auch preisgünstiger als die Wiener Modelle - für deren Bezahlung der Weltreisende noch einige ältere "Kredite" bei mir am Laufen hat. Fortan wasche ich meine "Slim-fit" hemden nur noch bei 30 Grad, ohne Schleudern. Sie müssen nun wohl länger halten.

(foto CC-BY-NC-SA Kai Raven)

Cricket-Action

Schoenberg hat anscheinend gerafft, dass ich mir als kleine Wiedergutmachung fuer unsere mal-mehr-mal-weniger friedliche Coexistenz an der Donau seine Kreditkartennummer geborgt hatte, fuer alle Faelle. Oder er ist mal wieder blank, auf jeden Fall blieb mir heute morgen beim Auschecken aus dem "Lake Palace Hotel Hotel" ein peinlicher Moment nicht erspart. Zum Glueck habe ich schon gestern ueber ein, zwei Absackern (vermulich waren es eher drei, sonst haette mir der Bombay Gin niemals geschmeckt) Professor M. kennengelern. Guter Mann, seit Jahren in der Tourismusbranche taetig. Wir verstanden uns auf Anhieb gut. Und eine gesperrte Kreditkarte kostet ihn nur ein paar Anrufe, und mich eine - in Indien wirklich sehr guenstige - Vespakopie. Habe heute mittag einen fluechtigen Anflug schlechten Gewissens mit einem kurzen Blick in meine Tagebuecher aus Wien erfolgreich und nachhaltig bekaempft. Schoenberg, der alte Giftler, haette es doch eh nur fuer Drogen, Alkohol und schnellen Sex ausgegeben. So bekommt er wenigstens eine Postkarte.

20071105

saldo mortale

himmelarsch, er ist in indien. nicht, dass er es mir gesagt hätte. neinnein, nerd-christopher krolitzen stellte zunächst seine herausragende gedächnisleistung unter beweis, indem er fehlerfrei meine kreditkartennummer samt ablaufdatum rezitierte. ich habe es nicht, wie man so sagt, "live" gesehen. es genügte ein kurzer blick auf die kreditkartenabrechnung, die mitsamt bitte um "sofortigen ausgleich der kassa", heute in meinem postkasterl lag. die wandelnde lebenskrise hatte wieder einen ganz großen haufen gemacht und flott einen first-class flug nach indien geordert. sinnfindungstrip, nummero 08 bis 15. das trügerische schweigen der letzten wochen? alles sein plan. es lag in der luft, ich hatte es geahnt, war aber machtlos. immerhin, pleite bin ich noch nicht. schon nächste woche werde ich, als adjutant und garcon auf einer politischen veranstaltung der mir nahestehenden erfolgsübersetzerin und ex-nachbarin e. , gut bezahlt mein small-talk repertoire auspacken und häppchen servieren. in der annahme, krolitzen sendet bestimmt keine urlaubkarte, habe ich ihn bis dahin längst wieder vergessen und meine kreditkart(n) sind nun gesperrt. ich lache sogar. wie ich ihn kenne, bekommt er eh erstmal vier wochen reisekotzerei.

Rickshaw and Rupees

Nachdem Schoenberg augenscheinlich in Wien persistiert, musst ich mich schweren Herzens nach einem anderen Reiseland umtun. Die Wahl fiel auf das auch als "Ungarn-Oesterreich des Ostens" bekannte Indien, das am heutigen Tage irgendein Cricket-Turnier gegen Erzrivalen Pakistan gewonnen hat, was zu einem landesweiten Freudentaumel, singen, hupen und schreien auf offener Strasse und "special prices" fuer alles, was man als Tourist so angedreht bekommen soll fuehrt, kurz: eigentlich ist alles wie immer. Vorsichtshalber habe ich Schoenberg auf die Spamlist gesetzt, und saemliche anderen Kommunikationswege hinter mir abgebrochen. Was soll ich sagen, es stellt sich tatsaechlich langsam ein Zustand der Erholung ein. Ob es an der ur-schlechten Luft, den naechlichen Kracheskapaden der Inder und dem allmorgendlichen Muezzin-Ruf (um 4 und um 5) liegt, oder einfach daran, dass Spamberg mir nun nicht mehr mit - aus seiner Perspektive - spannenden Berichten aus der Kaiserstadt in den Ohren liegt, kann noch nicht abschliessend bewertet werden.

20071104

punsch, flambeé

heute ganz auf feingeist und kultur gemacht. letztendlich zeichnet das wochenende meine ganze innere zerissenheit zwischen stumpfem elend in den glücklichen wogen der massen und meiner grenzgenialen schöpfungskraft (vgl. miltonic mind) exakt nach. ja, es ist sogar vergleichbar mit friedensreich hundertwassers sinnfreien versuchen, architektur durch aufkleben von türk- und weihnachtschmuck zu beleben. nicht, dass ich die langsam wieder nüchterne schwippsschwester s. mit derart debilen gedankengängen enerviert hätte. nein die klaviatur des zuvorkommend-seins behersche ich weiterhin wie nur wenige. so befuhren wir gemächlich, ich rittlings, s. im damensattel, heute die nähere umgebung der kernstadt. industriebrachen, gasometer und einkaufsparadiese kulminierten gegen 16 Uhr in der konsommation echten türkischen kaffees (satzhöhe: ca. 2 cm, nach abdampfen der flüssigkeit). es hätte ihn nicht gebraucht. der grandiose ehekrach zwischen george und martha, live im volkstheater um nur 3,60 (+himbeersoda), brachte das blut derart in wallung, das ich noch immer keuchend versuche, meinen mittlerweile spastisch anmutenden beifall zu kontrollieren. es entspricht fast dem letzten wunsch edward albees. ja, Albee sehnte sich nach nichts mehr, als nach zuschauern, die überwältigt von seiner kunstfertigkeit, im anschluß der vorstellung sanft und langsam von einem taxi überrollt werden.

20071103

viel zu spät weggeprechtlt

am letzten abend die kante gegeben. schwippsfreundin s., selbst piefke im kuk-Exil, lud zur erforschung der wiener kneipenkultur. ihre zweifelsfrei phantastischen bekanntschaften aus der wiener architektur- und gartenbauszene brachten uns in ein äußerlich kaum von einem einschlägigen etablissment zu unterscheidendes szenelokal unweit des museumsquarties. doch die psychedelische beleuchtung in zusammenhang mit großzügig bemessenen bieren und einem lockeren geldbeutel in der geselligen atmosphäre hatten unvorhersehbare folgen. stundenlang debattierte ich mit, ähm, irgendeinem norbert darabos, über sinn und unsinn der neuen eurofighter im bundesherr (so flott, dass sie das staatsgebiet in rund zwei minuten überfliegen) und des bolognese bolognaprozesses. zu lange, denn unbemerkt brachte der kellner, selbst fürsprecher der metrosexuellenbewegung, puntigamer ottakringer auf puntigamer ottakringer.
den umzug in ein weiteres lokal bemerkte ich nicht mehr.
die angebliche absinth-verkostung konnte nur nachträglich anhand ihrer symptome und nicht vollständig rekonstruiert werden. gegen drei uhr wurde offenbar die heimreise angetreten. wohlwissend, mir die liniennummer des nachbusses ohnehin nicht merken zu können, entschied ich mich für den fussweg. immerhin war es noch dunkel als ich versuchte die türe zu öffnen. restliches tagesprogramm heute fiel gottseidank auf bitten von s. ("können wirs ausfallen lassen, ich kann nichts mehr sehen") aus. auferstanden bin ich dann gegen 19 uhr. abendprogramm: fern-party per live-übertragung aus dem Breisgau. ohne alkohol.

20071101

Papiere, bitte

Die Nachbarin ist wieder aufgetaucht. Wochenlange Versuche, das Entgelt für die geteilte, aber dennoch Leistungsstarke Zwischennetzanbindung zu begleichen, mündeten heute in einem verzweifelten Zustellversuch. Insistierendes Klingeln brachte die verschollengeglaubte Studienangängerin zum Öffnen der Tür. Doch statt freudigen Erwartens ob des anstehenden Gesteins Barausgleichs blickte sie ernst drein: "Guten Abend, wie kann ich helfen, Herr Inspektor?", frug sie sichtlich verwirrt. Erst nach langwierigen Erklärungen kam eine Einigung zustande: "Ich dachte. was will jetzt die Gendarmerie Polizei von mir... Aber dann nehme ich halt das Geld." Addiert man die letzte Begegnung mit einem noch frischen, jungen Burschen in der U ("Papa, was macht der Feuerwehrmann da?"), mache ich mir doch ernsthafte Gedanken, ob meine neue Winterjacke nicht doch ein Fehlkauf war.

20071031

nobody loved her

"Ein barock überquellendes schlachtfeld unvereinbarer filmischer gegensätze", würde ein unbedarfter kritiker wahrscheinlich dahinrotzen, der sich nicht an die goldene Lebensregel "schreibe niemals Platten-/Filmkritiken" hält. Schönberg fiele es im Traum nicht ein, derart unqualifiziert über ein Filmepos voll schäumender Sinnesflut zu urteilen. Er widmete seine ganze Aufmerksamkeit an einem der letzten Viennaleabende voll und ganz der etwas eingelaufenen königin des feministischen exploitation-kinos, stephanie rothman. ja, des feministischen exploitation-kinos. die "titten-mit-message-ikone", persönlich vor ort, versammelte ein seltsam fremdelndes publikum im ehrensaal der wiener urania, dass sich auf der straße allenfalls mit ausgekauten zahnpflegekaugummis respektive tampons zum selberrollen bewerfen würde. 50 Prozent unrasierte Alice-Schwarzer-Klone trafen auf knapp 25 Prozent liebhaber absurder film-klassiker, 10 prozent jugendcliquen, die die disko im obergeschoss nicht fanden, und runden 15 prozent an maschinenbauern (niedersächsisches modell), die daheim erzählt hatten, sie würden sich einen kulturellen meilenstein der filmgeschichte ansehen, in wirklichkeit aber auf ein plattes softsexmovie hofften. dazwischen: Schönberg, Film-Connaisseur mit Vollausstattung an Gummibärchen und Cola. Er genoß sichtlich 88 Minuten höchster szenenkunst im Spannungsbogen sinnfreier Gewalt, tiefgehender Dialoge über neuzeitliche Tabuthemen, mac-guyveresker bastelarbeiten, tom selleck, hotpants am pflug und dem schlechtesten filmblut seit erfindung des frischhaltebeutels. Weit nach Mitternacht rief er schließlich "nochmal, nochmal", musste sich aber letztlich der packung leerer gummibärchen beugen.

The damned against the doomed

Schönberg meets... Stephanie Rothman and gets exploited. Coming soon!

20071029

I know, but there's a bone

abseits von meinen neigungen für außerordentlich große zahlen, nur als Beispiel sei hier die Trecenttrigintillion (nahe der PerGuintillion) erwähnt, führe ich ein leben als finanzier des wiener naschmarkts (fünf getrocknete Feigen, eine Hand voll Oliven, ein Fladenbrot = 6,84), als schweigsamer u-beisitzer, als innenausstatter des kanzleramts (links), als beichtvater in botans callshop und beinahe als bessere hälfte meiner vorgesetzen, die mir heute einerseits offenbarte, grundsätztlich würde ich mich im richtigen alter befinden, leider aber ließe das nötige kleingeld doch stark zu wünschen übrig. ich solle folglich, nach abschluss meiner welterrettungsmission, die ich mit den kleinen erleuchteten heftchen meines heutigen u-nachbarn bestreite, gerne zurückkehren sobald sich meine kassa mit ungefährer, oben erwähnter anzahl von groschen aufwiegen ließe. dabei übersah sie leider meine ausgesprochene begabung im bereich des sich-zufallen-lassens, die er mir überhaupt erst erlaubt, großzügigst mein mageres einkommen auf dem naschmarkt (abermals oben) zu verprassen. auch morgen werde ich mein geld los. man gibt stephanie rothmans "terminal island" im rahmen der viennale. ein epischer A+ kunstfilm mit magnum mandel tom selleck in einer seiner anspruchsvollsten und ich möchte beinahe sage standhaftesten rollen.

20071028

"ob das 'system' dafür taugt"

Alles begann damit, dass Schönberg als Zeichen seiner inneren Zerissenheit ein faulige Marone, kurz zuvor erstanden bei einem der zahlreichen Maronetten Maronenfeilbieter in der Innenstadt, in Richtung Kanzleramt warf. Es war spät, doch für einen Akt des Protestes, mit nichts als dem Gedanken an das Schließen der Kluft zwischen Piefkes und der Kaisermonarchie im Humanistengehirn, war es offenbar zu früh. Die Republik, allen voran Kanzler Gusenbauer, der in einem wunderlich geschmückten Haus residiert (Schönberg ergriff die Gelegenheit die zahlreichen Kronleuchter zu zählen), machte mobil. Auf den Affront hin zog man eine Hubschrauberstaffel, eine Panzerdivision, Radaranlagen und Luftabwehrgeschütze auf dem Heldenplatz zusammen. Patriotische Propaganda erschallte vom Ring aus über die ganze Donaustadt: "Ich bin außerordentlich glücklich mit meinem Kampfpanzer, dem Leopard II", sprach ein sichtlich zu Tränen gerührter Offizier, bevor er begann den defekten "Motor in wenigen Minuten mitten im grünen Gemüse" (=Karfiol) zu wechseln. Dem gemeinen Attentäter kappte man unvermittelt die Internetverbindung, damit er keinen Feindkontakt aufnehmen konnte, und entführte, ohne jeglichen Anhaltspunkt, kurzerhand seine Nachbarin. Sie ist bis heute nicht zurückgekehrt. Schönberg realisierte: Wollte er den dritten Weltkrieg verhindern, musste er etwas unternehmen.

In Botans Call-Shop, Schönbergs geheimem Zufluchtsort, orderte er die gesamte Auflage des Bundesheermagazins "Einsatz" um die Militärtreiber ihres Manifests zu berauben. "7 Euro für den Weltfrieden", sagte er selbstzufrieden, als Botan ihm den Telefonhörer reichte. 555-DARABOS. Ein Klicken am anderen Ende, die Leitung wurde abgehört. Schönberg holte tief Luft: "Tut mir leid, die Marone war nicht in Ordnung. Ich hätte sie nicht dem Gusi zuwerfen sollen". Kriegsminister Darabos lächelte durch den Draht.

Am nächsten Morgen hob der letzte Blackhawk vom Heldenplatz ab, man schleppte das Eurofightermodell zurück in die Hofreitschule. Der Weltkrieg war abgewendet.

Blizzen!

+++Der Notstand ist ausgebrochen+++ Schönbergs Kommunikationsleitungen wurden, offenbar im Zusammenhang mit einer Offensive des Bundesheeres auf dem Heldenplatz, gekappt +++ Seine Nachbarin ist spurlos verschwunden +++ Verzweifelt versucht Schönberg derzeit einen Rettungstunnel in die Nachbarswohnung (welche ist es nur?) zu treiben, um den Netzknoten wieder herzustellen +++ Die NotvrrrrbbbbtnBRZZNng i... s..t srrrr sclecht *BRZRZZRRR*+xx STOTRRxPP +++ Ist da drauBRZZNssen wer?!?

20071026

Oh happy day!

Wenn Hannover schon als Stadt des sozialen Ausgleichs gilt, ist Wien eben die Stadt der Getränkehotdogs. Menschen hier tragen gerne die Freisprechmikrophone ihrer Mobilfunkgeräte filigran wie sehr seltene Spinnenexemplare zwischen Daumen und kleinem Finger, sie würden niemals eine Dampfnudel essen und wünschen an der Wursttheke schonmal unaufgefordert "Grüße an die Dame". Heute waren sie ganz besonders fleissig, polierten ihre Spinnenwunder auf Hochglanz, montierten den Fiakern und ihren Pferden frische Windeln und das Bundesheer hat aus der Scheune vom Herrn Gusenbauer noch ein paar Weltkriegspanzer hervorgezaubert, die morgen zum Nationalfeiertag von den Windelpferden gezogen werden. Auf dem Heldenplatz gibt es eine große Parade, Anker bäckt Brötchen in den Nationalfarben und Bäcker Gül solche die man essen kann. Schönberg, dessen Bäcklein schon jetzt vor Vorfreude glühen und der sich begeistert die Hände reibt ist solidarisch und patriotisch beseelt und hat einem der armselig dreinschauenden Theaterkartenverkäufer in ihren abgewetzten Mozartgewändern und den Dreitagesbärten schon einen Groschen Schilling Münze extra ins Sackerl geworfen.

20071024

herbeiholen

Public-Nudity wird heuer verstärkt thematisiert - Ein Schritt in richtung bessere Welt. Habe daher am Vormittag freiwillig nebenstehend bebilderte Kleidung öffentlich an der Zugangsschranke abgelegt, um meine terroristischen touristischen Qualitäten unter Beweis zu stellen. Betonung: Öffentlich. Klar war die quasimasochistische märtyrerhafte Aktion alsbald Gesprächsthema Nummer eins in der eigenen Abteilung, später dann in der Chefabteilung und beherscht nun zusehends die Klatschspalten. "Glaukommonster" titeln sie, "Was war im Rucksack", fragen andere.
Die zuteil gewordene Schande wurde später durch exzessives Abräumen von Werbeartikeln und hemmungslosem Plündern des Buffets (Lachshäppchen, Krabbencocktail, Sachertorte, keine Messer) mehr als gutgemacht. Die gestiegene Popularität sorgte in der U-Bahn für freie Abteile und Kurzweil, der Kondukteur bot an, eine kurze Rede über seine PR-Anlage halten zu können. Dankend abgelehnt. Was bleibt? Ein paar Fusseln im Bauchnabel. Die Gewissheit ein Held zu sein. Und ein Badge.

20071023

Wien, Franzjosefsbahnhof

Die ständige Klimaluft, gepaart mit fast dauerhaftem Aufenthalt in Gebäuden und U-Bahnschächten und unter Schutzatmosphäre bekommt mir nicht. Die Augen haben sich längst glaukomartig verändert, pigmentflecken habe ich allenfalls an den nicht verheilten Narben der Oberkörperverpilzung. Traurig, wie sich in vielen kleinen, kaum bewussten Schritten leidige Käfer ins sonst von Alphatiermentalität geprägte Leben hineinkratzbürsten. Schön, dass in solchen Fällen in dieser wundervollsten aller wundervollen Städte die Zeit einfach zurückgedreht werden kann. Damals, als ich noch Träume hatte. Als Krolitzen wie eine exotische Schnupfenerkrankung klang - im Übrigen gilt er als verschollen. Damals, als ich noch... ich noch... noch... eine Modelleisenbahn hatte/wollte/kannte.

20071022

Rögër Vädïm


Jane Fonda Tribute: Enttäuschend. Jane nicht gesehen. Gönnerin T. fiel während der Vorstellung ins Koma. Standard-Interview: Auch nichts gerettet. Klute war episch, Viennale-Party ein Krach-Happening, die Ottakringer-Nudelsalat-Fete bei Unbekannten der Wendepunkt. Undignify-Combo "Mathmös" zu Unehren der ehemals ersten Erotikfantsie (Schönberg: 8 Jahre jung) gegründet. Griff ins Klo: Der Grafiker hatte das mit dem Namen nicht ganz hinbekommen. K. hätte es kaum besser gekonnt.

20071017

Schönberg, revisited

Eine glückliche Fügung sorgt derzeit für Ausgelastetheit Schönbergs. Da anzunehmen ist, Work-Non-Holic Krolitzen habe arge Lücken in seiner Agenda, wird er bestimmt übers Wochenende großen Terz verbreiten.

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spaziergänge