himmelarsch, er ist in indien. nicht, dass er es mir gesagt hätte. neinnein, nerd-christopher krolitzen stellte zunächst seine herausragende gedächnisleistung unter beweis, indem er fehlerfrei meine kreditkartennummer samt ablaufdatum rezitierte. ich habe es nicht, wie man so sagt, "live" gesehen. es genügte ein kurzer blick auf die kreditkartenabrechnung, die mitsamt bitte um "sofortigen ausgleich der kassa", heute in meinem postkasterl lag. die wandelnde lebenskrise hatte wieder einen ganz großen haufen gemacht und flott einen first-class flug nach indien geordert. sinnfindungstrip, nummero 08 bis 15. das trügerische schweigen der letzten wochen? alles sein plan. es lag in der luft, ich hatte es geahnt, war aber machtlos. immerhin, pleite bin ich noch nicht. schon nächste woche werde ich, als adjutant und garcon auf einer politischen veranstaltung der mir nahestehenden erfolgsübersetzerin und ex-nachbarin e. , gut bezahlt mein small-talk repertoire auspacken und häppchen servieren. in der annahme, krolitzen sendet bestimmt keine urlaubkarte, habe ich ihn bis dahin längst wieder vergessen und meine kreditkart(n) sind nun gesperrt. ich lache sogar. wie ich ihn kenne, bekommt er eh erstmal vier wochen reisekotzerei.
20071105
saldo mortale
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
22:23
Rickshaw and Rupees
Nachdem Schoenberg augenscheinlich in Wien persistiert, musst ich mich schweren Herzens nach einem anderen Reiseland umtun. Die Wahl fiel auf das auch als "Ungarn-Oesterreich des Ostens" bekannte Indien, das am heutigen Tage irgendein Cricket-Turnier gegen Erzrivalen Pakistan gewonnen hat, was zu einem landesweiten Freudentaumel, singen, hupen und schreien auf offener Strasse und "special prices" fuer alles, was man als Tourist so angedreht bekommen soll fuehrt, kurz: eigentlich ist alles wie immer. Vorsichtshalber habe ich Schoenberg auf die Spamlist gesetzt, und saemliche anderen Kommunikationswege hinter mir abgebrochen. Was soll ich sagen, es stellt sich tatsaechlich langsam ein Zustand der Erholung ein. Ob es an der ur-schlechten Luft, den naechlichen Kracheskapaden der Inder und dem allmorgendlichen Muezzin-Ruf (um 4 und um 5) liegt, oder einfach daran, dass Spamberg mir nun nicht mehr mit - aus seiner Perspektive - spannenden Berichten aus der Kaiserstadt in den Ohren liegt, kann noch nicht abschliessend bewertet werden.
0
kommentare
,
krolitzen
war wach bis
13:00
20071104
punsch, flambeé
heute ganz auf feingeist und kultur gemacht. letztendlich zeichnet das wochenende meine ganze innere zerissenheit zwischen stumpfem elend in den glücklichen wogen der massen und meiner grenzgenialen schöpfungskraft (vgl. miltonic mind) exakt nach. ja, es ist sogar vergleichbar mit friedensreich hundertwassers sinnfreien versuchen, architektur durch aufkleben von türk- und weihnachtschmuck zu beleben. nicht, dass ich die langsam wieder nüchterne schwippsschwester s. mit derart debilen gedankengängen enerviert hätte. nein die klaviatur des zuvorkommend-seins behersche ich weiterhin wie nur wenige. so befuhren wir gemächlich, ich rittlings, s. im damensattel, heute die nähere umgebung der kernstadt. industriebrachen, gasometer und einkaufsparadiese kulminierten gegen 16 Uhr in der konsommation echten türkischen kaffees (satzhöhe: ca. 2 cm, nach abdampfen der flüssigkeit). es hätte ihn nicht gebraucht. der grandiose ehekrach zwischen george und martha, live im volkstheater um nur 3,60 (+himbeersoda), brachte das blut derart in wallung, das ich noch immer keuchend versuche, meinen mittlerweile spastisch anmutenden beifall zu kontrollieren. es entspricht fast dem letzten wunsch edward albees. ja, Albee sehnte sich nach nichts mehr, als nach zuschauern, die überwältigt von seiner kunstfertigkeit, im anschluß der vorstellung sanft und langsam von einem taxi überrollt werden.
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
23:12
20071103
viel zu spät weggeprechtlt
am letzten abend die kante gegeben. schwippsfreundin s., selbst piefke im kuk-Exil, lud zur erforschung der wiener kneipenkultur. ihre zweifelsfrei phantastischen bekanntschaften aus der wiener architektur- und gartenbauszene brachten uns in ein äußerlich kaum von einem einschlägigen etablissment zu unterscheidendes szenelokal unweit des museumsquarties. doch die psychedelische beleuchtung in zusammenhang mit großzügig bemessenen bieren und einem lockeren geldbeutel in der geselligen atmosphäre hatten unvorhersehbare folgen. stundenlang debattierte ich mit, ähm, irgendeinem norbert darabos, über sinn und unsinn der neuen eurofighter im bundesherr (so flott, dass sie das staatsgebiet in rund zwei minuten überfliegen) und des bolognese bolognaprozesses. zu lange, denn unbemerkt brachte der kellner, selbst fürsprecher der metrosexuellenbewegung, puntigamer ottakringer auf puntigamer ottakringer.
den umzug in ein weiteres lokal bemerkte ich nicht mehr.
die angebliche absinth-verkostung konnte nur nachträglich anhand ihrer symptome und nicht vollständig rekonstruiert werden. gegen drei uhr wurde offenbar die heimreise angetreten. wohlwissend, mir die liniennummer des nachbusses ohnehin nicht merken zu können, entschied ich mich für den fussweg. immerhin war es noch dunkel als ich versuchte die türe zu öffnen. restliches tagesprogramm heute fiel gottseidank auf bitten von s. ("können wirs ausfallen lassen, ich kann nichts mehr sehen") aus. auferstanden bin ich dann gegen 19 uhr. abendprogramm: fern-party per live-übertragung aus dem Breisgau. ohne alkohol.
1 kommentare
,
schönberg
war wach bis
23:44
20071101
Papiere, bitte
Die Nachbarin ist wieder aufgetaucht. Wochenlange Versuche, das Entgelt für die geteilte, aber dennoch Leistungsstarke Zwischennetzanbindung zu begleichen, mündeten heute in einem verzweifelten Zustellversuch. Insistierendes Klingeln brachte die verschollengeglaubte Studienangängerin zum Öffnen der Tür. Doch statt freudigen Erwartens ob des anstehenden Gesteins Barausgleichs blickte sie ernst drein: "Guten Abend, wie kann ich helfen, Herr Inspektor?", frug sie sichtlich verwirrt. Erst nach langwierigen Erklärungen kam eine Einigung zustande: "Ich dachte. was will jetzt die Gendarmerie Polizei von mir... Aber dann nehme ich halt das Geld." Addiert man die letzte Begegnung mit einem noch frischen, jungen Burschen in der U ("Papa, was macht der Feuerwehrmann da?"), mache ich mir doch ernsthafte Gedanken, ob meine neue Winterjacke nicht doch ein Fehlkauf war.
3
kommentare
,
schönberg
war wach bis
23:28
20071031
nobody loved her
"Ein barock überquellendes schlachtfeld unvereinbarer filmischer gegensätze", würde ein unbedarfter kritiker wahrscheinlich dahinrotzen, der sich nicht an die goldene Lebensregel "schreibe niemals Platten-/Filmkritiken" hält. Schönberg fiele es im Traum nicht ein, derart unqualifiziert über ein Filmepos voll schäumender Sinnesflut zu urteilen. Er widmete seine ganze Aufmerksamkeit an einem der letzten Viennaleabende voll und ganz der etwas eingelaufenen königin des feministischen exploitation-kinos, stephanie rothman. ja, des feministischen exploitation-kinos. die "titten-mit-message-ikone", persönlich vor ort, versammelte ein seltsam fremdelndes publikum im ehrensaal der wiener urania, dass sich auf der straße allenfalls mit ausgekauten zahnpflegekaugummis respektive tampons zum selberrollen bewerfen würde. 50 Prozent unrasierte Alice-Schwarzer-Klone trafen auf knapp 25 Prozent liebhaber absurder film-klassiker, 10 prozent jugendcliquen, die die disko im obergeschoss nicht fanden, und runden 15 prozent an maschinenbauern (niedersächsisches modell), die daheim erzählt hatten, sie würden sich einen kulturellen meilenstein der filmgeschichte ansehen, in wirklichkeit aber auf ein plattes softsexmovie hofften. dazwischen: Schönberg, Film-Connaisseur mit Vollausstattung an Gummibärchen und Cola. Er genoß sichtlich 88 Minuten höchster szenenkunst im Spannungsbogen sinnfreier Gewalt, tiefgehender Dialoge über neuzeitliche Tabuthemen, mac-guyveresker bastelarbeiten, tom selleck, hotpants am pflug und dem schlechtesten filmblut seit erfindung des frischhaltebeutels. Weit nach Mitternacht rief er schließlich "nochmal, nochmal", musste sich aber letztlich der packung leerer gummibärchen beugen.
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
21:26
The damned against the doomed
Schönberg meets... Stephanie Rothman and gets exploited. Coming soon!
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
07:41
20071029
I know, but there's a bone
abseits von meinen neigungen für außerordentlich große zahlen, nur als Beispiel sei hier die Trecenttrigintillion (nahe der PerGuintillion) erwähnt, führe ich ein leben als finanzier des wiener naschmarkts (fünf getrocknete Feigen, eine Hand voll Oliven, ein Fladenbrot = 6,84), als schweigsamer u-beisitzer, als innenausstatter des kanzleramts (links), als beichtvater in botans callshop und beinahe als bessere hälfte meiner vorgesetzen, die mir heute einerseits offenbarte, grundsätztlich würde ich mich im richtigen alter befinden, leider aber ließe das nötige kleingeld doch stark zu wünschen übrig. ich solle folglich, nach abschluss meiner welterrettungsmission, die ich mit den kleinen erleuchteten heftchen meines heutigen u-nachbarn bestreite, gerne zurückkehren sobald sich meine kassa mit ungefährer, oben erwähnter anzahl von groschen aufwiegen ließe. dabei übersah sie leider meine ausgesprochene begabung im bereich des sich-zufallen-lassens, die er mir überhaupt erst erlaubt, großzügigst mein mageres einkommen auf dem naschmarkt (abermals oben) zu verprassen. auch morgen werde ich mein geld los. man gibt stephanie rothmans "terminal island" im rahmen der viennale. ein epischer A+ kunstfilm mit magnum mandel tom selleck in einer seiner anspruchsvollsten und ich möchte beinahe sage standhaftesten rollen.
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
23:10
20071028
"ob das 'system' dafür taugt"
Alles begann damit, dass Schönberg als Zeichen seiner inneren Zerissenheit ein faulige Marone, kurz zuvor erstanden bei einem der zahlreichen Maronetten Maronenfeilbieter in der Innenstadt, in Richtung Kanzleramt warf. Es war spät, doch für einen Akt des Protestes, mit nichts als dem Gedanken an das Schließen der Kluft zwischen Piefkes und der Kaisermonarchie im Humanistengehirn, war es offenbar zu früh. Die Republik, allen voran Kanzler Gusenbauer, der in einem wunderlich geschmückten Haus residiert (Schönberg ergriff die Gelegenheit die zahlreichen Kronleuchter zu zählen), machte mobil. Auf den Affront hin zog man eine Hubschrauberstaffel, eine Panzerdivision, Radaranlagen und Luftabwehrgeschütze auf dem Heldenplatz zusammen. Patriotische Propaganda erschallte vom Ring aus über die ganze Donaustadt: "Ich bin außerordentlich glücklich mit meinem Kampfpanzer, dem Leopard II", sprach ein sichtlich zu Tränen gerührter Offizier, bevor er begann den defekten "Motor in wenigen Minuten mitten im grünen Gemüse" (=Karfiol) zu wechseln. Dem gemeinen Attentäter kappte man unvermittelt die Internetverbindung, damit er keinen Feindkontakt aufnehmen konnte, und entführte, ohne jeglichen Anhaltspunkt, kurzerhand seine Nachbarin. Sie ist bis heute nicht zurückgekehrt. Schönberg realisierte: Wollte er den dritten Weltkrieg verhindern, musste er etwas unternehmen.
In Botans Call-Shop, Schönbergs geheimem Zufluchtsort, orderte er die gesamte Auflage des Bundesheermagazins "Einsatz" um die Militärtreiber ihres Manifests zu berauben. "7 Euro für den Weltfrieden", sagte er selbstzufrieden, als Botan ihm den Telefonhörer reichte.
555-DARABOS. Ein Klicken am anderen Ende, die Leitung wurde abgehört. Schönberg holte tief Luft: "Tut mir leid, die Marone war nicht in Ordnung. Ich hätte sie nicht dem Gusi zuwerfen sollen". Kriegsminister Darabos lächelte durch den Draht.
Am nächsten Morgen hob der letzte Blackhawk vom Heldenplatz ab, man schleppte das Eurofightermodell zurück in die Hofreitschule. Der Weltkrieg war abgewendet.
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
23:05
Blizzen!
+++Der Notstand ist ausgebrochen+++ Schönbergs Kommunikationsleitungen wurden, offenbar im Zusammenhang mit einer Offensive des Bundesheeres auf dem Heldenplatz, gekappt +++ Seine Nachbarin ist spurlos verschwunden +++ Verzweifelt versucht Schönberg derzeit einen Rettungstunnel in die Nachbarswohnung (welche ist es nur?) zu treiben, um den Netzknoten wieder herzustellen +++ Die NotvrrrrbbbbtnBRZZNng i... s..t srrrr sclecht *BRZRZZRRR*+xx STOTRRxPP +++ Ist da drauBRZZNssen wer?!?
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
12:56
20071026
Oh happy day!
Wenn Hannover schon als Stadt des sozialen Ausgleichs gilt, ist Wien eben die Stadt der Getränkehotdogs. Menschen hier tragen gerne die Freisprechmikrophone ihrer Mobilfunkgeräte filigran wie sehr seltene Spinnenexemplare zwischen Daumen und kleinem Finger, sie würden niemals eine Dampfnudel essen und wünschen an der Wursttheke schonmal unaufgefordert "Grüße an die Dame". Heute waren sie ganz besonders fleissig, polierten ihre Spinnenwunder auf Hochglanz, montierten den Fiakern und ihren Pferden frische Windeln und das Bundesheer hat aus der Scheune vom Herrn Gusenbauer noch ein paar Weltkriegspanzer hervorgezaubert, die morgen zum Nationalfeiertag von den Windelpferden gezogen werden. Auf dem Heldenplatz gibt es eine große Parade, Anker bäckt Brötchen in den Nationalfarben und Bäcker Gül solche die man essen kann. Schönberg, dessen Bäcklein schon jetzt vor Vorfreude glühen und der sich begeistert die Hände reibt ist solidarisch und patriotisch beseelt und hat einem der armselig dreinschauenden Theaterkartenverkäufer in ihren abgewetzten Mozartgewändern und den Dreitagesbärten schon einen Groschen Schilling Münze extra ins Sackerl geworfen.
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
00:29
20071025
20071024
herbeiholen
Public-Nudity wird heuer verstärkt thematisiert - Ein Schritt in richtung bessere Welt. Habe daher am Vormittag freiwillig nebenstehend bebilderte Kleidung öffentlich an der Zugangsschranke abgelegt, um meine terroristischen touristischen Qualitäten unter Beweis zu stellen. Betonung: Öffentlich. Klar war die quasimasochistische märtyrerhafte Aktion alsbald Gesprächsthema Nummer eins in der eigenen Abteilung, später dann in der Chefabteilung und beherscht nun zusehends die Klatschspalten. "Glaukommonster" titeln sie, "Was war im Rucksack", fragen andere.
Die zuteil gewordene Schande wurde später durch exzessives Abräumen von Werbeartikeln und hemmungslosem Plündern des Buffets (Lachshäppchen, Krabbencocktail, Sachertorte, keine Messer) mehr als gutgemacht. Die gestiegene Popularität sorgte in der U-Bahn für freie Abteile und Kurzweil, der Kondukteur bot an, eine kurze Rede über seine PR-Anlage halten zu können. Dankend abgelehnt. Was bleibt? Ein paar Fusseln im Bauchnabel. Die Gewissheit ein Held zu sein. Und ein Badge.
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
23:42
20071023
Wien, Franzjosefsbahnhof
Die ständige Klimaluft, gepaart mit fast dauerhaftem Aufenthalt in Gebäuden und U-Bahnschächten und unter Schutzatmosphäre bekommt mir nicht. Die Augen haben sich längst glaukomartig verändert, pigmentflecken habe ich allenfalls an den nicht verheilten Narben der Oberkörperverpilzung. Traurig, wie sich in vielen kleinen, kaum bewussten Schritten leidige Käfer ins sonst von Alphatiermentalität geprägte Leben hineinkratzbürsten. Schön, dass in solchen Fällen in dieser wundervollsten aller wundervollen Städte die Zeit einfach zurückgedreht werden kann. Damals, als ich noch Träume hatte. Als Krolitzen wie eine exotische Schnupfenerkrankung klang - im Übrigen gilt er als verschollen. Damals, als ich noch... ich noch... noch... eine Modelleisenbahn hatte/wollte/kannte.
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
22:59
20071022
Rögër Vädïm

Jane Fonda Tribute: Enttäuschend. Jane nicht gesehen. Gönnerin T. fiel während der Vorstellung ins Koma. Standard-Interview: Auch nichts gerettet. Klute war episch, Viennale-Party ein Krach-Happening, die Ottakringer-Nudelsalat-Fete bei Unbekannten der Wendepunkt. Undignify-Combo "Mathmös" zu Unehren der ehemals ersten Erotikfantsie (Schönberg: 8 Jahre jung) gegründet. Griff ins Klo: Der Grafiker hatte das mit dem Namen nicht ganz hinbekommen. K. hätte es kaum besser gekonnt.
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
22:15
20071017
Schönberg, revisited
Eine glückliche Fügung sorgt derzeit für Ausgelastetheit Schönbergs. Da anzunehmen ist, Work-Non-Holic Krolitzen habe arge Lücken in seiner Agenda, wird er bestimmt übers Wochenende großen Terz verbreiten.
2
kommentare
,
schönberg
war wach bis
15:58
20071015
Die Welt retten
Plump. Krolitzens Fern-Gegreine wird zunehmend einsilbig. Er hatte kaum meine Telefonnummer wieder hervorgezaubert - ein dämliches Relikt aus Zeiten in denen ich noch großzügig meine Hilfe in Notsituationen (ohne Bares in der Bussibar, ohne Bares in der Schönbrunner Schloßbar, kein Geld im Scandaleux, etc.) anbot - da begann er auch schon mich per Fernbelehrung aus Niedersachsen über meinen, seiner Ansicht nach, stupiden und unnützen Alltag, aufzuklären. Es vergehen kaum fünf Minuten, in denem mich nicht eine Kurznachricht oder eine elektronische Post erreicht. Top-5 des Inhalts: "plump", "seicht", "möhre", "topfn", "urfad". Mehr konstruktive Kritik kann Krolitzens verkümmertes Sprachzentrum kaum mehr äußern. Immerhin, es ist plakativ. Und lässt seinen Mobilfunkbetreiber jedesmal auf Einkünfte hoffen, bis er am gesperrten Konto des notorischen Knauserers scheitert. Ich sage mir: Kann ja nicht jeder die Welt retten. Ziehe mein Hemd "Slim fit" glatt, putze meinen Badge und stelle das Handy auf lautlos. Gute Nacht, Maschbauer.
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
23:52
20071014
Allein unter Piefkes
Natürlich habe ich mich einer Illusion hingegeben, als ich achtlos vorgab zu glauben, Meta-Nerd Krolitzen habe sich auf und davon gemacht und würde mich samt meiner Würde nun endlich in geordneten Bahnen leben lassen. Kaum hatte ich gestern Nacht den Entschluss gefasst, die Kälte draussen bzw. meine warmen Füsse in ihren australo-neuseeländischen Unschuldslammfellstiefeletten zu lassen, machte ER auf sich aufmerksam. Zunächst war es nur ein unauffälliges Klickern, das Mobiltelefone gerne von sich geben, wenn ihre pulsweitenmodulierten Wellenbündel in die Leitungen feiner Unterhaltungselektronik geraten. "di-dit-di-dit-di-dit". Ich möchte nicht übertreiben, was mir generell fern liegt, aber ich spürte ganz fest in diesem Moment. Er ist wieder da.
Schon bimmelte das Telefon. Ein alter Schinken doch nicht alt genug, um keine "Multimedianachricht" zu empfangen. Findig hatte der verhasste "Alleskönner" K. es so hingebogen, dass ich die Nachricht nicht einmal ablehnen konnte. Paralysiert musste ich auf den winzigen Bildschirm starren, auf dem sich mir eine Freak-Show der Sonderklasse bot. In einem riesigen Bananenkostüm mit überproportionalem Euter tanzte da der Abgeschobene. Mitten auf einem Festwagen. Karneval in Rio, dass ich nicht lache. "Rio, Rio, Rio", noch immer dröhnt es mir in den Ohren. Wieder und wieder die alte Geschichte, wie er sich seinen Altersruhesitz vorstelle. So sollte es wohl aussehen: In einem schlecht zusammengefrickelten "Film" tanzt sich der leibhaftige Rächer aller Latexallergiepatienten inmitten rassiger Brasilienschönheiten den letzten Rest Anstand aus dem Leib. Immer wieder schwadroniert der Halbgott in Gelb voller Atemnot Verwünschungen und lästert über meine angeblich kümmerliche Existenz "auf dem alten Kontinent". Lächerlich. Trotz der drohenden Bewusstseinsstörung durch das Gesehene hatte ich die Nachricht schnell als Fälschung entlarvt. Zu eindeutig erkennbar war die kaum wegretouschierte Dönerbude "Kapadokya" in der Niedersächsischen Landeshauptstadt. Da half das montierte Video eines ehemaligen "Wellness-Urlaubs" in Brasilien nicht mehr weiter. Krolitzen fristet sein Dasein dort wo er hingehört: Unter Piefkes.
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
23:05
Ich hatte einen bösen Traum...
Rio, Rio, immer wieder Rio. Nein, nicht Reiser, sondern de Janeiro. Um mich wirbelt der Karneval, als mein Mobilfunktelefon schrillt. Es ist, wie ich schon lange zu befürchten aufgegeben hatte, mein längst vergessener MB, Leisetreter Schönberg. Schönberg, von dort, wo ich ihn gelassen habe: im Hintergrund erahne ich das Brummen des österreichischen Wasserkopfes, das wohl seit Kaiserzeiten beständig anschwillt. Emotional überfordert stehe ich inmitten der vorbeiziehenden Sambaschulen im Sambódromo... Als ich vom Klingeln des Telefons geweckt werde. Wie ich zu meinem Bedauern feststellen muss in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen, und nicht an der Guanabara-Bucht. Zunächst schlaftrunken, dann zunehmend fassungslos lausche ich der schnarrenden Stimme Kar-Schönbergs, wie sie gewohnt unartikuliert aus der Hörmuschel sifft. Wie kommt er an meine Telefonnummer? Was macht er schon wieder in Wien? Aus den gutturalen Grunzlauten meine ich, den Satzfetzen „ich kann nicht Schreiben“ (was Schönberg für den Bruchteil einer Sekunde tatsächlich in Ansätzen selbstreflektiert erscheinen lässt, für mich aber nichts Neues darstellt) herausfiltern zu können, daran schließen sich Verwünschungen an, die Schönberg, wie ich nach längerem, angestrengten Zuhören zu erkennen vermeine, gegen einen weltweit agierenden Brausehersteller schleudert. Überzeugt davon, das alles, was er mir zu sagen versuchen könnte, schlimmstenfalls langfristig Auswirkungen auf mein bescheidenes Dasein in der Leinemetropole haben wird, wünsche ich den inzwischen Rotz-und-Wasser heulenden Plärrberg zum Teufel, ziehe den Telefonstecker, und träume mich so gut es geht zurück nach Rio...
3
kommentare
,
krolitzen
war wach bis
14:14
gopher://
Alex Gopher, French-House-Gott und ein ganz Digger, legt auf, rockt das Flex, und Schönberg ist nicht da. Dienstag war es ja noch ok. Lieblings-Helmut "Hell" gab sich die Kante und Schönberg hat es einfach nicht gemerkt. Gut. Schicksal oder so. Nur kurz die Haare gerauft, ein wenig sauer gewesen, ein paar Dosen und Steine am Bordsteinrand gekickt. Dinge, die in der Regel gar nicht vorkommen. Heute ist aber alles selbstverschuldet: Ein spaltweites Öffnen der Balkontür legte nah, dass der Plan "Kurz mal rüber fahren", 13 Öcken rauswerfen und sagen können: War da", so nicht klappt. Wie soll es nur enden? Beim ersten Schneegestöber verlässt Schönberg die Wohnung gar nicht mehr? Dabei hatte es so gut angefangen. Fröhliches Ramadan-Ende erlebt, schweren Schaden am Mainframe repariert. Seither sitzt Schönberg hier, DJ Joe-Joe macht digital konfusion und er analog depression. Vielleicht doch noch? Mmh, der Zeh zuckt schonmal.
0
kommentare
,
schönberg
war wach bis
01:00
spaziergänge
