20071031

nobody loved her

"Ein barock überquellendes schlachtfeld unvereinbarer filmischer gegensätze", würde ein unbedarfter kritiker wahrscheinlich dahinrotzen, der sich nicht an die goldene Lebensregel "schreibe niemals Platten-/Filmkritiken" hält. Schönberg fiele es im Traum nicht ein, derart unqualifiziert über ein Filmepos voll schäumender Sinnesflut zu urteilen. Er widmete seine ganze Aufmerksamkeit an einem der letzten Viennaleabende voll und ganz der etwas eingelaufenen königin des feministischen exploitation-kinos, stephanie rothman. ja, des feministischen exploitation-kinos. die "titten-mit-message-ikone", persönlich vor ort, versammelte ein seltsam fremdelndes publikum im ehrensaal der wiener urania, dass sich auf der straße allenfalls mit ausgekauten zahnpflegekaugummis respektive tampons zum selberrollen bewerfen würde. 50 Prozent unrasierte Alice-Schwarzer-Klone trafen auf knapp 25 Prozent liebhaber absurder film-klassiker, 10 prozent jugendcliquen, die die disko im obergeschoss nicht fanden, und runden 15 prozent an maschinenbauern (niedersächsisches modell), die daheim erzählt hatten, sie würden sich einen kulturellen meilenstein der filmgeschichte ansehen, in wirklichkeit aber auf ein plattes softsexmovie hofften. dazwischen: Schönberg, Film-Connaisseur mit Vollausstattung an Gummibärchen und Cola. Er genoß sichtlich 88 Minuten höchster szenenkunst im Spannungsbogen sinnfreier Gewalt, tiefgehender Dialoge über neuzeitliche Tabuthemen, mac-guyveresker bastelarbeiten, tom selleck, hotpants am pflug und dem schlechtesten filmblut seit erfindung des frischhaltebeutels. Weit nach Mitternacht rief er schließlich "nochmal, nochmal", musste sich aber letztlich der packung leerer gummibärchen beugen.

The damned against the doomed

Schönberg meets... Stephanie Rothman and gets exploited. Coming soon!

20071029

I know, but there's a bone

abseits von meinen neigungen für außerordentlich große zahlen, nur als Beispiel sei hier die Trecenttrigintillion (nahe der PerGuintillion) erwähnt, führe ich ein leben als finanzier des wiener naschmarkts (fünf getrocknete Feigen, eine Hand voll Oliven, ein Fladenbrot = 6,84), als schweigsamer u-beisitzer, als innenausstatter des kanzleramts (links), als beichtvater in botans callshop und beinahe als bessere hälfte meiner vorgesetzen, die mir heute einerseits offenbarte, grundsätztlich würde ich mich im richtigen alter befinden, leider aber ließe das nötige kleingeld doch stark zu wünschen übrig. ich solle folglich, nach abschluss meiner welterrettungsmission, die ich mit den kleinen erleuchteten heftchen meines heutigen u-nachbarn bestreite, gerne zurückkehren sobald sich meine kassa mit ungefährer, oben erwähnter anzahl von groschen aufwiegen ließe. dabei übersah sie leider meine ausgesprochene begabung im bereich des sich-zufallen-lassens, die er mir überhaupt erst erlaubt, großzügigst mein mageres einkommen auf dem naschmarkt (abermals oben) zu verprassen. auch morgen werde ich mein geld los. man gibt stephanie rothmans "terminal island" im rahmen der viennale. ein epischer A+ kunstfilm mit magnum mandel tom selleck in einer seiner anspruchsvollsten und ich möchte beinahe sage standhaftesten rollen.

20071028

"ob das 'system' dafür taugt"

Alles begann damit, dass Schönberg als Zeichen seiner inneren Zerissenheit ein faulige Marone, kurz zuvor erstanden bei einem der zahlreichen Maronetten Maronenfeilbieter in der Innenstadt, in Richtung Kanzleramt warf. Es war spät, doch für einen Akt des Protestes, mit nichts als dem Gedanken an das Schließen der Kluft zwischen Piefkes und der Kaisermonarchie im Humanistengehirn, war es offenbar zu früh. Die Republik, allen voran Kanzler Gusenbauer, der in einem wunderlich geschmückten Haus residiert (Schönberg ergriff die Gelegenheit die zahlreichen Kronleuchter zu zählen), machte mobil. Auf den Affront hin zog man eine Hubschrauberstaffel, eine Panzerdivision, Radaranlagen und Luftabwehrgeschütze auf dem Heldenplatz zusammen. Patriotische Propaganda erschallte vom Ring aus über die ganze Donaustadt: "Ich bin außerordentlich glücklich mit meinem Kampfpanzer, dem Leopard II", sprach ein sichtlich zu Tränen gerührter Offizier, bevor er begann den defekten "Motor in wenigen Minuten mitten im grünen Gemüse" (=Karfiol) zu wechseln. Dem gemeinen Attentäter kappte man unvermittelt die Internetverbindung, damit er keinen Feindkontakt aufnehmen konnte, und entführte, ohne jeglichen Anhaltspunkt, kurzerhand seine Nachbarin. Sie ist bis heute nicht zurückgekehrt. Schönberg realisierte: Wollte er den dritten Weltkrieg verhindern, musste er etwas unternehmen.

In Botans Call-Shop, Schönbergs geheimem Zufluchtsort, orderte er die gesamte Auflage des Bundesheermagazins "Einsatz" um die Militärtreiber ihres Manifests zu berauben. "7 Euro für den Weltfrieden", sagte er selbstzufrieden, als Botan ihm den Telefonhörer reichte. 555-DARABOS. Ein Klicken am anderen Ende, die Leitung wurde abgehört. Schönberg holte tief Luft: "Tut mir leid, die Marone war nicht in Ordnung. Ich hätte sie nicht dem Gusi zuwerfen sollen". Kriegsminister Darabos lächelte durch den Draht.

Am nächsten Morgen hob der letzte Blackhawk vom Heldenplatz ab, man schleppte das Eurofightermodell zurück in die Hofreitschule. Der Weltkrieg war abgewendet.

Blizzen!

+++Der Notstand ist ausgebrochen+++ Schönbergs Kommunikationsleitungen wurden, offenbar im Zusammenhang mit einer Offensive des Bundesheeres auf dem Heldenplatz, gekappt +++ Seine Nachbarin ist spurlos verschwunden +++ Verzweifelt versucht Schönberg derzeit einen Rettungstunnel in die Nachbarswohnung (welche ist es nur?) zu treiben, um den Netzknoten wieder herzustellen +++ Die NotvrrrrbbbbtnBRZZNng i... s..t srrrr sclecht *BRZRZZRRR*+xx STOTRRxPP +++ Ist da drauBRZZNssen wer?!?

20071026

Oh happy day!

Wenn Hannover schon als Stadt des sozialen Ausgleichs gilt, ist Wien eben die Stadt der Getränkehotdogs. Menschen hier tragen gerne die Freisprechmikrophone ihrer Mobilfunkgeräte filigran wie sehr seltene Spinnenexemplare zwischen Daumen und kleinem Finger, sie würden niemals eine Dampfnudel essen und wünschen an der Wursttheke schonmal unaufgefordert "Grüße an die Dame". Heute waren sie ganz besonders fleissig, polierten ihre Spinnenwunder auf Hochglanz, montierten den Fiakern und ihren Pferden frische Windeln und das Bundesheer hat aus der Scheune vom Herrn Gusenbauer noch ein paar Weltkriegspanzer hervorgezaubert, die morgen zum Nationalfeiertag von den Windelpferden gezogen werden. Auf dem Heldenplatz gibt es eine große Parade, Anker bäckt Brötchen in den Nationalfarben und Bäcker Gül solche die man essen kann. Schönberg, dessen Bäcklein schon jetzt vor Vorfreude glühen und der sich begeistert die Hände reibt ist solidarisch und patriotisch beseelt und hat einem der armselig dreinschauenden Theaterkartenverkäufer in ihren abgewetzten Mozartgewändern und den Dreitagesbärten schon einen Groschen Schilling Münze extra ins Sackerl geworfen.

20071024

herbeiholen

Public-Nudity wird heuer verstärkt thematisiert - Ein Schritt in richtung bessere Welt. Habe daher am Vormittag freiwillig nebenstehend bebilderte Kleidung öffentlich an der Zugangsschranke abgelegt, um meine terroristischen touristischen Qualitäten unter Beweis zu stellen. Betonung: Öffentlich. Klar war die quasimasochistische märtyrerhafte Aktion alsbald Gesprächsthema Nummer eins in der eigenen Abteilung, später dann in der Chefabteilung und beherscht nun zusehends die Klatschspalten. "Glaukommonster" titeln sie, "Was war im Rucksack", fragen andere.
Die zuteil gewordene Schande wurde später durch exzessives Abräumen von Werbeartikeln und hemmungslosem Plündern des Buffets (Lachshäppchen, Krabbencocktail, Sachertorte, keine Messer) mehr als gutgemacht. Die gestiegene Popularität sorgte in der U-Bahn für freie Abteile und Kurzweil, der Kondukteur bot an, eine kurze Rede über seine PR-Anlage halten zu können. Dankend abgelehnt. Was bleibt? Ein paar Fusseln im Bauchnabel. Die Gewissheit ein Held zu sein. Und ein Badge.

20071023

Wien, Franzjosefsbahnhof

Die ständige Klimaluft, gepaart mit fast dauerhaftem Aufenthalt in Gebäuden und U-Bahnschächten und unter Schutzatmosphäre bekommt mir nicht. Die Augen haben sich längst glaukomartig verändert, pigmentflecken habe ich allenfalls an den nicht verheilten Narben der Oberkörperverpilzung. Traurig, wie sich in vielen kleinen, kaum bewussten Schritten leidige Käfer ins sonst von Alphatiermentalität geprägte Leben hineinkratzbürsten. Schön, dass in solchen Fällen in dieser wundervollsten aller wundervollen Städte die Zeit einfach zurückgedreht werden kann. Damals, als ich noch Träume hatte. Als Krolitzen wie eine exotische Schnupfenerkrankung klang - im Übrigen gilt er als verschollen. Damals, als ich noch... ich noch... noch... eine Modelleisenbahn hatte/wollte/kannte.

20071022

Rögër Vädïm


Jane Fonda Tribute: Enttäuschend. Jane nicht gesehen. Gönnerin T. fiel während der Vorstellung ins Koma. Standard-Interview: Auch nichts gerettet. Klute war episch, Viennale-Party ein Krach-Happening, die Ottakringer-Nudelsalat-Fete bei Unbekannten der Wendepunkt. Undignify-Combo "Mathmös" zu Unehren der ehemals ersten Erotikfantsie (Schönberg: 8 Jahre jung) gegründet. Griff ins Klo: Der Grafiker hatte das mit dem Namen nicht ganz hinbekommen. K. hätte es kaum besser gekonnt.

20071017

Schönberg, revisited

Eine glückliche Fügung sorgt derzeit für Ausgelastetheit Schönbergs. Da anzunehmen ist, Work-Non-Holic Krolitzen habe arge Lücken in seiner Agenda, wird er bestimmt übers Wochenende großen Terz verbreiten.

20071015

Die Welt retten

Plump. Krolitzens Fern-Gegreine wird zunehmend einsilbig. Er hatte kaum meine Telefonnummer wieder hervorgezaubert - ein dämliches Relikt aus Zeiten in denen ich noch großzügig meine Hilfe in Notsituationen (ohne Bares in der Bussibar, ohne Bares in der Schönbrunner Schloßbar, kein Geld im Scandaleux, etc.) anbot - da begann er auch schon mich per Fernbelehrung aus Niedersachsen über meinen, seiner Ansicht nach, stupiden und unnützen Alltag, aufzuklären. Es vergehen kaum fünf Minuten, in denem mich nicht eine Kurznachricht oder eine elektronische Post erreicht. Top-5 des Inhalts: "plump", "seicht", "möhre", "topfn", "urfad". Mehr konstruktive Kritik kann Krolitzens verkümmertes Sprachzentrum kaum mehr äußern. Immerhin, es ist plakativ. Und lässt seinen Mobilfunkbetreiber jedesmal auf Einkünfte hoffen, bis er am gesperrten Konto des notorischen Knauserers scheitert. Ich sage mir: Kann ja nicht jeder die Welt retten. Ziehe mein Hemd "Slim fit" glatt, putze meinen Badge und stelle das Handy auf lautlos. Gute Nacht, Maschbauer.

20071014

Allein unter Piefkes

Natürlich habe ich mich einer Illusion hingegeben, als ich achtlos vorgab zu glauben, Meta-Nerd Krolitzen habe sich auf und davon gemacht und würde mich samt meiner Würde nun endlich in geordneten Bahnen leben lassen. Kaum hatte ich gestern Nacht den Entschluss gefasst, die Kälte draussen bzw. meine warmen Füsse in ihren australo-neuseeländischen Unschuldslammfellstiefeletten zu lassen, machte ER auf sich aufmerksam. Zunächst war es nur ein unauffälliges Klickern, das Mobiltelefone gerne von sich geben, wenn ihre pulsweitenmodulierten Wellenbündel in die Leitungen feiner Unterhaltungselektronik geraten. "di-dit-di-dit-di-dit". Ich möchte nicht übertreiben, was mir generell fern liegt, aber ich spürte ganz fest in diesem Moment. Er ist wieder da.

Schon bimmelte das Telefon. Ein alter Schinken doch nicht alt genug, um keine "Multimedianachricht" zu empfangen. Findig hatte der verhasste "Alleskönner" K. es so hingebogen, dass ich die Nachricht nicht einmal ablehnen konnte. Paralysiert musste ich auf den winzigen Bildschirm starren, auf dem sich mir eine Freak-Show der Sonderklasse bot. In einem riesigen Bananenkostüm mit überproportionalem Euter tanzte da der Abgeschobene. Mitten auf einem Festwagen. Karneval in Rio, dass ich nicht lache. "Rio, Rio, Rio", noch immer dröhnt es mir in den Ohren. Wieder und wieder die alte Geschichte, wie er sich seinen Altersruhesitz vorstelle. So sollte es wohl aussehen: In einem schlecht zusammengefrickelten "Film" tanzt sich der leibhaftige Rächer aller Latexallergiepatienten inmitten rassiger Brasilienschönheiten den letzten Rest Anstand aus dem Leib. Immer wieder schwadroniert der Halbgott in Gelb voller Atemnot Verwünschungen und lästert über meine angeblich kümmerliche Existenz "auf dem alten Kontinent". Lächerlich. Trotz der drohenden Bewusstseinsstörung durch das Gesehene hatte ich die Nachricht schnell als Fälschung entlarvt. Zu eindeutig erkennbar war die kaum wegretouschierte Dönerbude "Kapadokya" in der Niedersächsischen Landeshauptstadt. Da half das montierte Video eines ehemaligen "Wellness-Urlaubs" in Brasilien nicht mehr weiter. Krolitzen fristet sein Dasein dort wo er hingehört: Unter Piefkes.

Ich hatte einen bösen Traum...

Rio, Rio, immer wieder Rio. Nein, nicht Reiser, sondern de Janeiro. Um mich wirbelt der Karneval, als mein Mobilfunktelefon schrillt. Es ist, wie ich schon lange zu befürchten aufgegeben hatte, mein längst vergessener MB, Leisetreter Schönberg. Schönberg, von dort, wo ich ihn gelassen habe: im Hintergrund erahne ich das Brummen des österreichischen Wasserkopfes, das wohl seit Kaiserzeiten beständig anschwillt. Emotional überfordert stehe ich inmitten der vorbeiziehenden Sambaschulen im Sambódromo... Als ich vom Klingeln des Telefons geweckt werde. Wie ich zu meinem Bedauern feststellen muss in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen, und nicht an der Guanabara-Bucht. Zunächst schlaftrunken, dann zunehmend fassungslos lausche ich der schnarrenden Stimme Kar-Schönbergs, wie sie gewohnt unartikuliert aus der Hörmuschel sifft. Wie kommt er an meine Telefonnummer? Was macht er schon wieder in Wien? Aus den gutturalen Grunzlauten meine ich, den Satzfetzen „ich kann nicht Schreiben“ (was Schönberg für den Bruchteil einer Sekunde tatsächlich in Ansätzen selbstreflektiert erscheinen lässt, für mich aber nichts Neues darstellt) herausfiltern zu können, daran schließen sich Verwünschungen an, die Schönberg, wie ich nach längerem, angestrengten Zuhören zu erkennen vermeine, gegen einen weltweit agierenden Brausehersteller schleudert. Überzeugt davon, das alles, was er mir zu sagen versuchen könnte, schlimmstenfalls langfristig Auswirkungen auf mein bescheidenes Dasein in der Leinemetropole haben wird, wünsche ich den inzwischen Rotz-und-Wasser heulenden Plärrberg zum Teufel, ziehe den Telefonstecker, und träume mich so gut es geht zurück nach Rio...

gopher://

Alex Gopher, French-House-Gott und ein ganz Digger, legt auf, rockt das Flex, und Schönberg ist nicht da. Dienstag war es ja noch ok. Lieblings-Helmut "Hell" gab sich die Kante und Schönberg hat es einfach nicht gemerkt. Gut. Schicksal oder so. Nur kurz die Haare gerauft, ein wenig sauer gewesen, ein paar Dosen und Steine am Bordsteinrand gekickt. Dinge, die in der Regel gar nicht vorkommen. Heute ist aber alles selbstverschuldet: Ein spaltweites Öffnen der Balkontür legte nah, dass der Plan "Kurz mal rüber fahren", 13 Öcken rauswerfen und sagen können: War da", so nicht klappt. Wie soll es nur enden? Beim ersten Schneegestöber verlässt Schönberg die Wohnung gar nicht mehr? Dabei hatte es so gut angefangen. Fröhliches Ramadan-Ende erlebt, schweren Schaden am Mainframe repariert. Seither sitzt Schönberg hier, DJ Joe-Joe macht digital konfusion und er analog depression. Vielleicht doch noch? Mmh, der Zeh zuckt schonmal.

20071013

Wurst-Case

Ca. 20 Uhr: Schönberg befindet sich in einem schlüpfrigen Gespräch mit einem Studienkollegen. Die geplante Übernahme von sexmagazin.at bereitet den beiden Kopfzerbrechen. Mitten in der Diskussion geschieht es: Schönberg tränkt sein Human Interface Device mit 330 Millilitern Cola.

Ca. 10 Sekunden später: Schönbergs Gesprächspartner verschwimmt auf dem Bildschirm zu unkenntlichen Streifen, die Stimme zerfließt. Die Verbindung wird automtisch getrennt. Schönberg leitet zu diesem Zeitpunkt die Notfallprozeduren ein. Erst viel später kommt er dazu sich die Haare zu raufen.

Ca. 15 Sekunden später: Ein Küchenrolle saugt die gröbsten Reste der Flüssigkeit an der Oberfläche auf. Rund 129 Milliliter des Karamellsirupderivats gelangen dennoch ins innere des Schönberg-Mainframe.

Ca. 20 Sekunden später: Panikartik entfernt Schönberg alle Verbindungen zum europäischen Stromversorgungsverbund und trennt auch die Verbindung zum eingebauten Notstrompuffer.

Ca. 30 Sekunden später: Mit einem Akkuschrauber entfernt Schönberg alle Sicherungsbolzen und legt so den Zugang zum inneren der Einheit frei. Mit speziell präpariertem Saugpapier (CEWA-System) werden weitere 34 Milliliter Flüssigkeit aufgenommen. Die Keyboard-Einheit wird entnommen und auf einem Küchentuch gesichert.

Ca. 55 Sekunden später: Schönberg rauft sich zum ersten Mal kurz die Haare.

Ca. 1.15 Minute später: Erst jetzt erkennt Schönberg das wahre Schadensausmaß. Aus den Heatpipes sickern weitere Rückstände. Schönberg beschließt, sämtliche Sicherungsbolzen zu entfernen und die Anlage komplett zu demontieren.

Ca. 2 Minuten später: Die Anlage ist unter Verlust einiger Sicherungsbolzen und Hakensicherungen komplett demontiert. Feinsäuberlich werden sämtliche sichtbaren Karamellisierungen entfernt. Man geht heute davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt rund 320 Milliliter der Intrusionen entfernt waren.

Ca. 3 Minuten später: Ein erster "On Power"-Versuch, die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen scheitert.

Ca. 4 Minuten später: Schönberg rauft sich richtig die Haare.

Ca. 6 Minuten später: Schönberg hängt die ganze Anlage über einen zentralen Heizkörper der Gebäudeheizung. Die Keyboard-Unit spült er unter klarem Wasser aus.

Ca. 10 Minuten später: Schönberg rauft sich derbst die Haare. Berechnungen zur Anschaffung einer neuen Rechenanlage werden erstellt.

Ca. 2,5 Stunden später: Die Berechnungen ergeben: Nur knapp kann sich Schönberg derzeit eine erneute Investition leisten. Er beschließ das Hochfahren der Mainframe-Unit ohne Tastendevice. Der Systemcheck funktioniert. Das System fährt bis zur Abfrage der Schlüsselkombination tadellos hoch.

Ca 3,0 Stunden später: Schönberg erstellt manuell einen Schadensbericht und geht ins Bett.

Ca 13 Stunden später: Schönberg stellt die Mainframe-Unit mitsamt Eingabefeld erneut auf. Der Systemstart funktioniert. Nur das Eingabefeld versagt seinen Dienst. Nach 2 Stunden kontrollierten Einhackens auf das Tastenfeld funktionieren die meisten Eingabefelder wieder.

Ca. 14 Stunden später. Schönberg beschließt, für alle Fälle ein externes Eingabemodul zu erwerben. Er schleißt den Schadensbericht ab. Die Rückstände der Colaverseuchung gehen für weitere Untersuchungen ins Labor. Bestehende Vorräte werden aus Sicherheitsgründen beseitigt.

Ca. 14,5 Stunden später: Schönberg rauft sich ein letztes Mal die Haare.

20071012

Betriebsausflug

Gefühlt wie Molekül im Glaskolben. Heute war also schon "in the near future". Ich und 4000. Runter, raus. Und jedes Detail hat gestimmt. Schwarzenegger hätte gesagt: "Action, Action, Action", Nörgelendlostape Krolitzen hätte gesagt: "Och nööh", und hätte diesmal sogar Recht gehabt. Egal, muss weg. Morgen Jetzt ist al-'id as-saghir. Hab frei, sollte aber zu Bäcker Gül und Halal-Fladenbrot kaufen.

"Ja? Du kann ich dir nicht geben... Security Reasons, you
know... Nein, kein Ding, der hat wohl den Account gehackt.
Yeah, hat der [Add-Ministry-ator] gesagt... Nee, weiß nicht
wer da on Purpose war."

Zu viel "crazy people" in da U-Bahn.

20071010

Tuc-Kräcker

Die Sicherheitseinweisung von Sgt. Kräcker (Ein Name für den ich mit meinem gern bürge) im Range eines Herrn Generaloberinspektors übernimmt in meinem "Environment" profoto die Funktion einer gefühlten Zweit-Pubertät (besser: Pubertierung) die aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit in die Maturität eines zumindest intelektuell Dienstältesten führt. Allzu oft ist es wohl nötig, den eigenen Arbeitsplatz wegen eines akuten Notfalls (Jucken, vermilbte Spinnweben) schnell zu verlassen. Für diesen Fall hat Kräcker ein optimiertes und zuverlässiges Konzept angedacht. Unter dem Stichwort "No Frills" , frech kopiert von Billigairlines, Discountern, Billomobifons und Archaeen, werden sämtliche Fluchtwege von Gegenständen (allen voran:Nahrung) freigehalten, die den Flüchtenden zum längeren Verweilen einladen könnten. Das gilt für die Fluchtwege 3a,f,h,j,z und i, 4n und b, in Korridor 9J, in den Ausgängen 7 bis 12 und in Ebene N von 12 bis 19 Uhr. Mitarbeiter mit "Slim fit" Hemden (also ich) und Mitarbeiter, die nicht eine Economy-Tätigkeit ausüben, dürfen bei der angedachten Übung "in naher Zukunft" allerdings auch Fluchtweg Ü benützen benutzen, an dem Erfrischungsgetränke und Canapés in einem Feldversuch zu massiv überhöhten Preisen angeboten werden da so die Fluchtbewegung gezielt verstärkt werden könnte. Idee des Experiments: Die Preise so auszutarrieren, dass es zu einer raschen Entleerung der Stiegen kommt ohne dabei Versuchsteilnehmer totgetrampelt wiederzufinden. Zum Schluß noch der frisch erlernte "Exit-Drill": Gang links, zweite Kammer, tief Luftholen, wieder raus, vorbei an der Cafeteria, Gang F zweigt ab, dann hoch aufs Dach, rüberhangeln zu Gebäude V, Aufzugschacht 8c runter, wieder rauf, Stiege links rüber, Gang zu Gebäude W, vergessenen Geldbeutel im Büro holen, zweimallinks, 41 cent einwerfen und Taste "Melange" drücken.

20071009

Neu: deutschsprachige Titelzeile

Ob der schnöden Leibesertüchtigung durch Wiens Gassen zu rennen wird nicht leichter, wenn man dafür einen silbrig/rot glänzenden Trainingsanzug aufträgt. Nur weil das nunmal der einzige Trainingsanzug ist, den man seit Jahren hat. Und die Tatsache, dass er seit Jahren aufgetragen wird, ohne Ermüdungserscheinungen zu zeigen, doch wohl dafür spricht, von welch außergewöhnlicher Qualität das gute Stück NÄMLICH IST. Und das ist kein Grund, den Laufenden und sich sportlich Ertüchtigenden mitleidig anzustarren geschweige denn, ihn in der Videothek nur nach mehrmaliger Ausweiskontrolle mittels Handwerkszeug eines Spurensicherungsexperten zu bitten doch seinen "Pincode geht schon" einzutippen. Wenn man dann noch wegen schweissnasser Hände von der Taste flutscht und dann nunmal die Pineingabe daneben geht, dann ist das kein Grund NOCHMALS auf den Ausweis zu gucken. Und ich habe die Filme ja bekommen und ich werde meinen silbrig/rot glänzenden Trainingsanzug noch viele weitere Jahre auftragen, gerade weil er nämlich von so außergewöhnlich hoher Qualität ist und ich mich dafür nicht schämen brauche, dass er silbrig/rot glänzt, weil das nämlich cool ist und der Rest der Welt das noch nicht begriffen hat und ich jetzt ins Bett gehe und meinen silbrig/rot glänzenden Trainingsanzug wasche damit ich ihn morgen abend zur Leibesertüchtigung wieder auftragen kann und dann laufe ich durch die Hütteldorfer zu später Stunde und die Damen werden sich alle umgucken weil ich in meinem silbrig/rot glänzenden Trainingsanzug nämlich besser gesehen werde, als in schwarzen Lackstiefeln, die ich zudem nicht anziehen würde.

Knock-Out

Gestrige Nacht wie weggewischt. Vermutung: Supervisor beging Geburtstagsnachfeier mit Champagner statt Schlummberger. Da kommt einen in Wien die böse Sektfee holen. Salut.

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spaziergänge